Sponti-Sprüche sind die besten

#1023

Manche, die gerade in meiner Erinnerung herumwabern, sind für die frühe Uhrzeit etwas zu sexistisch (ich denke da an einen, der jahrelang an der Klotür der MeiGei prunkte, in den mitt-80ern) oder auch etwas zu böse, aber einer, den man auch morgens zitieren kann, und der heute einschlägig ist, lautet: „Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung ändern können.“

Und das taten sie, in einem konkreten Fall. Es geht um die vielleicht kürzeste meiner Facebook-Nachrichten: „@DoroBär: Wer ko, der derf.“. Und das nehme ich hiermit, liebe Doro, zurück.

Während der Verfasser dieser Zeilen sich befleißigt, möglichst viele kleine Schnitte in die Sachverhalte zu machen, auf das am Ende so eine Art intellektuelles Carpaccio entstehe (und nicht ein grob geschnittenes Goulasch), ist mir dies hier in der Tat passiert: ich habe da etwas vergessen. Nun, nichts ist so schön wie ein Fehler, den man (fast) von selbst erkennt. Und dazu dann auch steht, denn freilich wird man nur durch Besserung besser. Oder so.

Was also hat gefehlt? Der Bezug zur Würde des Amtes. Dorothea Bär ist Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskabinett. Und damit läßt sich das jüngst von ihr gezeigte Outfit nicht in Einklang bringen. Wer aber in dieser Würde steht, der muß das bei offiziellen Auftritten auch bedenken.

Können tut sie schon. Aber das mit dem dürfen – nun, dürfen tut sie das, keine Vorschrift weit und breit, ihr das zu verbieten. Aber zwischen „dürfen“ einerseits und „sollen“ andererseits ist doch ein Unterschied. Also, liebe Doro: Beim nächsten Mal bitte nimmer. Deine Kleidung macht Dir auch ohne derlei Wagnisse stets alle Ehre, und so möge es auch bleiben. Die Würde des Amtes ist nicht nichts.

 

Bild: Freud

 

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