„Israelkritik“. Die 3D-Regel zur Hetze.

#1017

Eine solche Sache wie Belgienkritik gibt es nicht. Oder Brasilienkritik oder Rußlandkritik. Wenn jemand etwas kritisiert, dann wird es – richtig – nach den Regierungen benannt. Kritik an Trump, Putin etc. wird jeweils am jeweiligen Politiker geübt. Und auch so benannt. Gut so.

Das Wort „Netanyahu-Kritik“ suchen Sie im neuesten Duden vergeblich; „Israel-Kritik“ aber werden Sie finden. Wie kommt’s?

Weil Israel von Menschen insgesamt gehaßt wird, weil es der jüdische Staat ist und Antisemiten und Mitläufer sich an ihm ihr Mütchen kühlen wollen. Weil Israel der Jude unter den Staaten ist.

Wie erkennt man, ob jemand kritisiert oder basht, disst – neuzeitlich gesprochen – und hetzt?

Ganz einfach.

Da ist die 3D-Regel. Im Ganzen ist sie hier erklärt. Und in kurz? Von den drei Regeln braucht man eigentlich nur eine: doppelte Standards. Wer israelische Politik kritisiert, soll das tun – solange es ihm Spaß macht. Er tritt damit nur einem Hobby bei, daß die meisten Israelis mit ihm teilen. Damit ist alles ok und niemand soll mit Kritik an der israelischen Regierung zurückhalten. Warum auch?

Aber er wird und muß sich die Frage gefallen lassen, ob er mit gleichem Standard mißt. Kritisiert er die Verhaltensweise x an Israel, dann – bitteschön – möge er die Verhaltensweise x an anderen auch kritisieren. Und dann ist alles in Ordnung.

Nicht in Ordnung ist, wenn einer Israel etwas vorwirft, was er anderen schulterzuckend durchgehen läßt. Dann wird man einen fragen dürfen, warum das so ist.

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