9 Jahre alt. Und munter.

#1007 Die Deutsch-Israelische Gesellschaft in Nürnberg und Mittelfranken wurde gestern neun Jahre alt. An sich doch ganz schön, oder?

Aber Moment mal: Was war denn vorher? Gab es denn vor 2007 keine Freunde der deutsch-israelischen Beziehungen?

Doch, natürlich. Wer – vorausgesetzt, er hat das nötige Alter erreicht – würde sich nicht an die breite Unterstützung erinnern, die Israel im Sechs-Tage-Krieg oder im Yom-Kippur-Krieg entgegenschlug, als dieses kleine Land sich gegen die ihm von seinen Feinden zugedachte Auslöschung wehrte. Damals war es in weiten Kreisen schick, sich für Israel einzusetzen. Und heute?

Es ist, wir sollten das nicht vergessen, nicht nur die einzige Demokratie im Nahen Osten. Es ist, und das ist am Ende des Tages vielleicht wichtiger, der einzige Rechtsstaat. Ein Rechtsstaat ist, wenn auch der Staat und seiner Vertreter sich ans Gesetz halten muß.

Das passiert in Israel wie in jedem anderen Rechtsstaat meistens, aber nicht immer: Es werden höchste Träger staatlicher Gewalt bestraft, wenn es etwas zu bestrafen gibt.

Das wäre doch einmal eine Nachricht wert: Wenn, beispielsweise, ein Vertreter der PLO, der schlimmste Korruptionsstraftaten begangen hat, vor Gericht stehen würde. Aber nein; das kümmert hier kaum jemanden. Mögen sie doch die Milliarden der EU für Waffenkäufe verwenden – da regt sich hier kaum jemand auf. Und dann wundert man sich darüber, daß Menschen dort keine Lebensperspektive mehr sehen. Sehr klug.

Vielleicht sollte die EU einmal nachschauen, was mit ihrem vielen Geld passiert, daß sie – beispielsweise – in die palästinensischen Autonomiegebiete schickt.

Ein anderer Aspekt ist die Mordlust, mit der Regierungen manchen Staaten Renten für Attentäter und ihre Angehörigen aussetzen: „Bring einen Israeli um, dann kriegst du Geld!“, lautet die perverse Botschaft. Und die EU gibt jenen verkommenen Typen Geld. Kann das richtig sein? Der Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel fährt in den Iran, um mit der größten Bedrohung überhaupt, dem Regime der Mullahs, billige Geschäfte zu machen. Gerne läßt er irgendwelche „Bekenntnisse“ zu Israel ab, die durch solche Aktionen als Lippenbekenntnisse, auf die man besser nicht vertraut, restlos entwertet werden. Dies ist zu verurteilen.

Bei allem, was man für und gegen Israel sagen kann: Daß die Israelis etwas aus ihrem Land gemacht haben, läßt sich ja nun wirklich nicht bestreiten. Aber was haben die anderen aus ihrem Land gemacht? Nichts. Milliarden wurden gegeben, und sie haben nichts daraus gemacht.

Und man glaube nicht, daß das für die Israelis leichter war. Wenn man bis zum heutigen Tag mit der Zerstörung des Staates bedroht wird, ist es nicht leicht, ein Aufbauwerk durchzuführen. Das sollten sich andere mal zum Vorbild nehmen statt mit ihrem öden Destruktivismus Leid und Elend zu vermehren.

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft tritt auch in Nürnberg für eine Verbesserung des deutsch-israelischen Verhältnisses ein. Sie ist nicht die einzige Stimme, die öffentlich gehört wird – aber sie ist eine Stimme, die gehört wird. Und das ist doch wichtig.

 

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