Ach was.


#1001 Derzeit sind die Zeitungen von einem voll: Von Gerüchten, Mutmaßungen und Spekulationen über die Aufstellung der CSU für die kommenden Wahlen. Und es ist erstaunlich, wenn man ein wenig über die realen Hintergründe weiß, daß die Zeitung sich einerseits erstaunlich gut informiert und gleichzeitig, im gleichen Artikel, als erstaunlich ahnungslos zeigt.

Wahr ist der Satz, daß das sensationssüchtige Publikum den Verrat liebt, aber nicht den Verräter. Nun giert der Verfasser dieser Zeilen nicht in erster Linie nach öffentlicher Anerkennung; also will ich dem Publikum geben, was es will und schere mich nicht darum, wenn man mich deswegen als Verräter bezeichnet. Also, dann ma los:

Als am Zeitgeschehen interessierten Menschen darf ich Ihnen ein Geheimnis verraten. Und es bleibt unter uns, ok? Ich muß mich schon auf Ihre Verschwiegenheit verlassen können.

Also: Die CSU nominiert diesen als Kandidaten dafür, und jenen hier und diesen dort und immer so weiter – und, wissen Sie was? Da gibt es zwei Geheimnisse.

Erstens: Das macht nicht der Söder, Markus, Staatsminister. Das machen die Delegierten. Und die werden von der Parteibasis in den Orts- und Kreisverbänden gewählt. Jetzt mag einer einwenden, daß das Kokolores sei, in Wirklichkeit bestimme der Maggus. Stimmt das? Nur zum Teil. Das Wort des Bezirksvorsitzenden hat freilich Gewicht – aber bestimmen tut er nicht. Mitreden ja, aber mehr auch nicht. Wenn also die Parteibasis sich für diesen oder jenen entscheidet, dann hat die Basis gesprochen.

Zweitens: Es geht nicht um eine Entscheidung hier oder eine andere Entscheidung dort; es geht darum, dem Wähler ein kompetentes Team auf allen Ebenen anzubieten: Europa, Bund, Land, Bezirk – und natürlich auch Kommune, also: Gemeinde. Als CSU ist es unser Ehrgeiz, ein umfassendes Angebot zu erstellen. Und das tun wir.

Natürlich wird gesprochen: Im Bezirksvorstand, in den Kreis- und Ortsvorständen. Aber eben dort wird auch in geheimer Wahl entschieden, wer Delegierter wird – und die Delegierten entscheiden, wer für die CSU Kandidat wird.

Jetzt habe ich Ihnen verraten, wie das bei uns läuft. Es ist vielleicht nicht so spektakulär. Aber es ist solide, politische Arbeit. Der Bezirksvorsitzende hat in den Gesprächen eine wichtige Stimme, aber die nutzt er nicht zum Diktieren, sondern vor allem zum Moderieren.

Morgen ist er – ohne Journalisten – beim Ortsverband Gostenhof-Muggenhof-Leyh zu Gast. Und er wird auch dieses Thema ansprechen. Auch wenn nicht jeder Nebensatz in diesem Prozeß öffentlich ist: Der Vorgang als solcher ist völlig transparent, öffentlich und eben vor allem eines, nämlich: demokratisch.

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