Potztausend!

#1000 Dieser Artikel ist der tausendste eines Blogs, der doch vor allem aus der Notwendigkeit heraus entstand, einen anderen, einen vielleicht nachdenklichen und trotzdem verbal klaren oder meinetwegen scharfen Counterpart vor allem zu den Nürnberger Nachrichten zu schaffen.

Was anfangs, im Frühjahr 2012, keineswegs zu erwarten stand: Dieser Blog hat eine recht treue Leserschaft gefunden. Ich darf mir schmeicheln, von einigen der im politischen Leben Nürnbergs aktiven Personen – und nicht nur dort – gelesen zu werden. Übrigens auch in den Redaktionen von NN und NZ; wer hätte das gedacht.

Der politische Freund schaut des öfteren herein, und der politische Mitbewerber auch. Spaßig ist, daß ich über die Statistik nachverfolgen kann, wohin Leser gerade in Urlaub gefahren sind, etwa wenn plötzlich Aufrufe aus Neuseeland verzeichnet werden.

Manchmal sind es erstaunlich viele Klicks im vierstelligen Bereich. Das wechselt von Tag zu Tag, und längst ist klar, welche Artikel am besten ankommen: unter anderem die, in denen auf den politischen Mitbewerber, vor allem wenn er die rote Farbe insignienhaft verwendet, wortreich eingedroschen wird.

Das könnte nun dazu führen, daß um der Maximierung der Leserschaft willen immer und immer wieder auf die Sozis verbal eingehauen wird; aber das versuche ich zu unterlassen. Denn es geht in diesem Blog nicht darum, ein wie auch immer zustandekommendes Maximum an Leserschaft zu erwecken, sondern darum, den eigenen Standpunkt zu vertreten und weiter zu entwickeln. Wenn das ankommt: gut, danke.

Zwar werde ich vom politischen Gegner durchaus für Aussagen angegriffen, aber mir wird nicht vorgeworfen, daß der Blog widersprüchliche Beiträge hätte oder substanzlos sei. Und das ist doch schon ein schönes Kompliment: Das kann nicht jeder von sich sagen.

Es gibt ein politisches Tagesgeschehen – und es gibt grundsätzliche Erwägungen. Wer einen politischen Standpunkt sein Eigen nennt, der diesen Namen verdient, kann stets die Antwort auf tagespolitische Fragen aus den Grundsätzen heraus entwickeln. Darum soll es in diesem Blog gehen; ganz egal, ob das eigentliche Thema eine vegane Kärwa ist, die Bundeskanzlerin, König Alfons der Viertelvorzwölfte oder die Arbeit im Ortsverband der CSU.

Es ist über die Zeit nicht gelungen, in jedem Leser dieses Blogs warme Gefühle zu erwecken, aber das war nie ein Motiv. Es ging stets darum, den Intellekt anzusprechen und das Tagesgeschehen oder Grundsätzliches eben nicht aus der Laweng oder dem Gefühl heraus zu kommentieren, sondern infolge eines Denkprozesses.

Es gab schöne Erlebnisse, wenn sich jemand als treuer Leser offenbarte, von dem ich das nicht dachte. Einen besonders schönen Moment hat mir, bei aller parteipolitischen Verschiedenheit darf das gesagt werden, der Maly, Uli, Doktor, Oberbürgermeister beschert: Frug er mich doch, was ich wieder Böses über ihn geschrieben hätte. Woher er das denn wisse – er läse den Blog doch nicht. Iwo, meinte er, gelegentlich aber lege man ihm Ausdrucke vor… Das war dann mein ganz privater Rudolf-Augstein-Moment.

Einen einzigen Artikel zog ich zurück, weil er mißraten war. 999 finden Sie, wenn Sie mögen, im Archiv. Und viele, viele sollen noch kommen. Ob Sie gerne mit dem neuesten Blog-Artikel frühstücken oder die Bilder mögen – die allermeisten sind selbstgemacht -, das weiß ich nicht; aber darauf, daß die Artikel zu Zustimmung oder Widerspruch auffordern, die jeweils Gründe zu nennen wissen, also mehr sind als nur emotionale Rülpser – das soll auch weiterhin so bleiben.

Danke für die Treue. Und weiter geht’s: Gestalten statt verwalten.

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