Für eine richtige Integration

#998 Die politischen Extreme rechts und links haben zur Integrationsdebatte unterschiedlich falsche Ansichten: „Ausländer raus!“ grölen dumpf die einen, „ist doch kein Problem“ schwadronieren ahnungslos die anderen.

Diejenigen aber, die sich ernsthaft und auf den Werten des Grundgesetzes stehend mit der Fragen befassen, was zu tun ist, haben gestern im Koalitionsausschuß von CSU, CSU und SPD etwas wichtiges erreicht: sie haben sich auf das neue Integrationsgesetz verständigt.

Der Nürnberger Bundestagsabgeordnete Michael Frieser hat daran mitgewirkt und eine Pressemitteilung herausgegeben: „Integration wird belohnt“. Richtig. Und die Verweigerung von Integration wird eben nicht belohnt – und auch das ist richtig. Dafür sorgt das neue Integrationsgesetz.

Das sieht vor, daß denen, die sich integrieren wollen, dazu die notwendigen Möglichkeiten gegeben werden. Und es sieht vor, daß denjenigen, die sich nicht integrieren wollen, Konsequenzen bereitet werden.

Integration ist keine Option, zu denen der Neuankömmling je nach Gusto Ja oder Nein sagen kann. Sie ist ein Gebot, dem jeder nachzugehen hat.

Fast alle begrüßen das neue Integrationsgesetz. Aber in einem Punkt irren viele: Es geht um die Wohnsitzzuweisung. Diese halten manche für integrationshemmend. Die Argumentation lautet, daß es ein Zuwanderer leichter hat, wenn er ins Umfeld seiner Verwandten oder Freunde zieht, um vom familiären Zusammenhalt zu profitieren und deswegen auch seine Integration schneller geschähe.

Das ist nicht der Fall. Auch wenn die derzeit in den Medien präsenten arabischen Großfamilien in Berlin natürlich extreme Fälle sind: Auch bei normalen Menschen iszt natürlich die Bestrebung, Deutsch zu lernen, geringer, wenn er ständig mit seinen Leuten in der Herkunftssprache spricht. So tradiert sich ein Zuwandererstatus über Generationen fort.

Integrationsfördernd ist die dezentrale Wohnortzuweisung. Dadurch nämlich wird der einzelne dazu gebracht, sich in jedweder Hinsicht in diese Gesellschaft zu integrieren: Sprache, Arbeit, Freizeit. Auch werden so neue und dauerhafte Kontakte zu den Menschen hier geknüpft. Vor allem aber wird die Entwicklung neuer Glasscherbenviertel vermieden.

Mit dem Integrationsgesetz – was wären wir von der CSU noch vor Jahresfrist für einen solchen Vorschlag gescholten worden! – geht es einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung.

 

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