Soll man das tun?

#985 An dieser Stelle wurde kürzlich die Frage thematisiert, welche Grenzen Satire haben soll – und die Antwort war einfach: Keine gesetzlichen, und wenn sie die des guten Geschmacks überschreitet, dann soll man darauf reagieren wie immer, wenn jemand die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet.

Was ist passiert? Der Bayerische Rundfunk beliebt, über sein Satireprogramm „quer“ eine Facebook-Selbsthilfegruppe „söderisierter Hunde“ zu erfinden. Der Witz ist der, daß das eigentlich nicht wirklich witzig ist; aber wenn jemand will, soll er halt lachen.

Wirklich spannend wird die Sache dann, wenn man sich überlegt, daß es sich hierbei um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk handelt, der mit GEZ-Gebühren nur so gestopft wird. Und, ändert das etwas? Eigentlich nicht, denn auch der darf natürlich alles Mögliche machen.

Aber wenn man das weiter denkt, dann stößt man auf ein kleines Hindernis: das der politischen Einseitigkeit. Denn „quer“ mag es wohl vor allem, den Söder, Markus, Staatsminister zu bespötteln. Das muß der schon aushalten; dafür ist er manns genug. Aber an seiner Stelle würde ich mich – und „quer“ – schon fragen: Macht ihr euch auch so über arme Katzen lustig, die eine Rede von Florian Pronold hören mußten? Oder über Meerschweinchen, die einen öffentlichen Auftritt von Martin Rinderspacher bis zu Ende miterleben mußten? Nein? Ach nein?

Ja, warum denn nicht? Ist es denn die Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, der sich mit „…ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts“ alltäglich mit wichtigtuerisch-staatstragender Attitüde zu Wort meldet, politisch einseitig zu sein?

Daher also meine bitte, #“quer“: Macht Euch meinetwegen über uns Schwarze lustig; viel Spaß dabei. Aber dann bitte auch über die anderen. Gell?

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