Arbeitskreis MIG der CSU

#967 Die Arbeitskreise der CSU sind eine feste Einrichtung: In ihnen erarbeiten Praktiker und Fachleute politische Positionen, die dann über die jeweiligen Vorstandsgremien der CSU in die Gesamtpartei eingespeist werden. So können die so erarbeiteten Positionen zur Politik der CSU werden – und das funktioniert seit vielen Jahren sehr gut.

Wichtig dabei ist, daß man Mitglied der Arbeitskreise werden kann, ohne der CSU anzugehören. Die Botschaft dieser Regelung ist deutlich: Wir wollen die Mitarbeit der Menschen, die etwas von der Sache verstehen, ohne von ihnen gleich ein voll umfassendes Engagement zu verlangen.

Nicht jeder, der sich beispielsweise in Migrationsfragen auskennt, hat die Neigung oder Zeit oder was auch immer, darüber hinaus parteipolitisch aktiv zu werden. Etwas anderes aber ist es, seine Expertise bei Sachfragen einzubringen. Und eben dies gewährleisten die Arbeitskreise der CSU. Sie sind eine der vielen Ursachen für den Erfolg der Partei der Vernunft.

Etwa eine Schwangerschaft ist es her, da wurde auf Landesebene der Arbeitskreis Migration („AK MIG“) der CSU gegründet. Der CSU-Generalsekretär Andi Scheuer leitete damals die Versammlung – in der bereits bei der Gründung fleißig gestritten wurde. „Gestritten“ übrigens im allerbesten Sinne des Wortes: Um den richtigen Weg, um die richtige Abgrenzung, um die richtige Motivation, um die richtige Zielsetzung. Da brachten sich viele Menschen ein, erzählten von ihrer Geschichte – mal mit, mal ohne direkten Migrationshintergrund und von den politischen Erkenntnissen, die sie daraus oder aus ihrer Arbeit oder aus ihrem ehrenamtlichen Engagement zogen.

Zum ersten Landesvorsitzenden wurde Ozan Iyibas gewählt; der Freisinger ist Mitarbeiter der Sparkasse, pflegt ein kräftig oberbayerisches Idiom und weiß sich bemerkenswert gut auszudrücken, weiß fein zu differenzieren, wenn es um Fragen des Förderns und Forderns geht. Nun also war es soweit, daß der AK MIG auch auf Bezirksebene, also eine Stufe unter der Landesebene, gegründet wurde.

Auf dem Bild sehen Sie Ivona Papak, 38. Sie kam zu Zeiten des Jugoslawienkrieges als unbegleitete Minderjährige nach Deutschland. Sie lernte hier ihren Beruf – Erzieherin –, lernte ihren Mann kennen und ist Mutter eines (noch) minderjährigen Sohnes. Von ihr stammt der bemerkenswerte Satz, daß sie damals, als Heranwachsende, die gerade nach Deutschland kam, ein halbes Jahr lang von fürsorglichen Menschen herumgereicht wurde, bis sie merkte, daß es nicht typisch nürnbergerisch ist, jeden Tag Cevapcici zu essen: Sie wendet sich gegen diese oft gut gemeinte, aber nicht hilfreiche Käseglockenmentalität, die zu Parallelgesellschaften führt.

Auch viele Gesichter, die zum ersten mal im Kreise der CSU gesehen wurden, nahmen an der Sitzung teil, traten in den AK MIG ein und diskutierten und wählten mit. Und so kam der Vorstand zustande, mit Ivona Papak an der Spitze. Auch als stellvertretende Landesvorsitzende ist sie bereits im AK MIG aktiv und setzt sich für eine Politik von Vernunft, Maß und Mitte und ohne Sozialromantik ein. Und das alles ist ziemlich gut.

 

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