Kokolores, @Medien

#963 Es ist schon erstaunlich, wie das läuft, das mit dem Meldungen: Ein Hamburger Magazin hirnt eine Schnapsidee aus, stellt die aber als super zuverlässig dar. Anderntags schreibt die Presse landauf, landab den Unsinn nach. Allenfalls in Nebensätzen findet ein wenig Distanzierung statt, aber die Meldung scheint im Nachrichten-Sinne zu sexy zu sein, um sie nicht zu bringen. Aber ach: Da wurde mit Zitronen gehandelt. Und wer dies geflügelte Wort nicht kennt, der lerne: das bedeutet, daß man beim Erkennen der Wahrheit sein Gesicht verzieht, als hätte man in eine Zitrone gebissen.

Lassen wir den ganzen Schmus einmal hinter uns und stellen den Sachverhalt ganz nüchtern dar.

Der bayerische Ministerpräsident ist bis 2018 gewählt und heißt Horst Seehofer. Er kann vorher zurücktreten und vielleicht auch wieder zur Wahl antreten, aber dann würde die Wiederwahl nur bis zum Ende der Legislatur gelten, also bis 2018. Eine Verlängerung der Amtszeit geht nicht. Gewinn einer solchen Aktion? Keiner, für niemanden. Das wird also nicht passieren.

Der CSU-Vorsitzende ist bis 2017 gewählt und heißt Horst Seehofer. Er kann sich vielleicht vorher von einem Parteitag im Amt bestätigen lassen, aber auch diese Bestätigung gilt nur bis 2017. Eine Verlängerung der Amtszeit geht nicht. Gewinn einer solchen Aktion? Keiner, für niemanden.

Was die Motive der solche Spekulationen schreibenden Journalisten betrifft, so kann hier nur gemutmaßt werden. Vielleicht vermissen einige die Serie „Dallas“. Mit der Wirklichkeit aber hat das nichts zu tun.In der CSU sind wir es gewöhnt, die Dinge mit Vernunft, mit Ruhe und ohne hysterisch-hektische Volten zu klären.

Zum Fahrplan:

Horst Seehofer hat erklärt, daß er bei der nächsten Landtagswahl 2018 nicht mehr zur Verfügung steht. – Und daraus ergibt sich alles andere.

Die CSU muß ihren Kandidaten für die Landtagswahl 2018 rechtzeitig aufstellen. Er braucht Zeit, um seinen Wahlkampf zu organisieren, seine Mannschaft aufzustellen, was da noch alles ist. Also findet die Auswahl des neuen Kandidaten geraume Zeit vorher statt. Wann? Das sehen wir gleich.

Auch ihren neuen Vorsitzenden bestellt die CSU nach den Regeln der Satzung und den politischen Notwendigkeiten. Hier ist der Bundestagswahlkampf 2017 von Bedeutung. Es wäre ja unsinnig, wenn hier noch der bisherige Vorsitzende den Wahlkampf beginnt und dann in Rente geht. Horst Seehofer kann der Satzung nach bis 2017 Vorsitzender bleiben, aber im Sinne der CSU wäre die Wahl eines Nachfolgers noch in diesem Jahr richtig und sinnvoll.

Und alles andere ist Kokolores: törichtes Geschwätz. durch seine (frühzeitige) Ankündigung, 2018 nicht mehr anzutreten, hat Horst Seehofer erstens Tatsachen geschaffen und zweiten Unruhe verhindert; das war nicht unklug. Andererseits kann er hinter eben dieses Diktum nicht mehr zurück, ohne aller-, allergrößte Unruhe zu schaffen – und daß weiß er. Nur manche SPIEGEL-Redakteure wissen das nicht.

Horst Seehofer wird sich nicht selbst beschädigen – noch dazu in einem Rennen, das gelaufen ist. Unter allen, die sich um die Nachfolge beworben haben, sticht einer hervor, der sich auch wirklich darum bemüht hat. Niemand nennt andere Namen, wenn es um die Frage geht, wer Ministerpräsident werden soll, wer CSU-Vorsitzender werden soll, als den von Markus Söder.

Freilich, ein paar Unkenrufer malen Gespenster an die Wand: Karl-Theodor von Guttenberg? Ach nö. Es ist nicht einmal so sehr sein Plagiat die Ursache für die Unmöglichkeit dieser Phantasie. Übrigens: Markus Söder hat seinen Doktor behalten… Nein, es ist etwas anderes: Es ist eher der mißlungene Comeback-Versuch, der zeigt, daß dieser Vorschlag nicht realistisch ist. KT ist ein vermögender Herr, er lebt in den USA, leitet dort sein Unternehmen und soll das weiterhin gerne tun dürfen. Auch wenn er hierzulande eine kleine Zahl von Anhängern hat, so ist jedem bei Licht besehen klar: in der deutschen, gar in der bayerischen Politik wird KT keine große Rolle spielen. Und auch eine Verlängerung von Horst Seehofer, wie sie ihm der SPIEGEL und einige Nachschreiber unterstellen, wird es nicht geben, nicht geben können. Die Landtagsfraktion ist längst einer Meinung, die CSU-Bezirksvorsitzenden sind es, der Parteitag ist es: Markus Söder ist der kommende Mann.

 

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