Der Familienbenutzer: Für die Dame, für den Herrn, für das Kind. Gell?

#954 Als der unvergessene Loriot 1978 der Welt den Familienbenutzer, ja gar: den Familienoriginalbenutzer vorstellte und sich hierbei der Frau Direktor Bartels bediente („Gell?“), da hatte der feinsinnige Vicco von Bülow womöglich die von viel Wohlstand und viel Durcheinander in ihren Werten geplagten Menschen dieses Jahrhundert im vagen Blick.

Der Fernseh-Humor der 1960er und 70er war doch, das dürfen wir Älteren qua der Autorität der Jahre sagen, nicht ganz so ahnungslos und nahe am Rülpswettbewerb wie derjenige der Gegenwart. Aber es hilft ja nicht weiter und macht es nicht besser, also hinfort mit dem alten Krempel und zurück zur Frage: Wem nutzt er, der Familienbenutzer?

Hoffentlich uns allen. Nicht nur der Dame, dem Herrn, dem Kind – sondern allen, die berufen sind oder sich fühlen, sich zur res publica Gedanken zu machen und diese der Welt mitzuteilen. Ob sie das nun will oder nicht.

Alle wollen alles. Die einen wollen zwar nicht weiter beeinträchtigt werden in ihrer Lebensführung durch Flüchtlinge und wollen, daß diese sich gefälligst binnen fünf Minuten nach der Einreise integrieren. Frau Roth von den Grünen wähnt, daß ein mehrstündiger „Gender“-Kurs schon ausreiche, um auch noch den letzte Macho seiner Attitüde zu berauben. Gleichzeitig wollen aber alle ein gutes Gewissen haben, indem sie alle Menschen aufnehmen, die das wollen. Und die Kita-Plätze sollen für alle da sein, aber kein Betreuungsgeld, und die Wohnungen soll es für alle geben, am besten umsonst, und ein bedingungsloses Grundeinkommen für jeden, der Staat soll Geld ausgeben für alle und alles, aber vom armen Bürger nichts nehmen, und der Frankenschnellweg soll bald gebaut werden, aber begrünt und als Zone 30 ausgewiesen, und die Messe soll gefälligst ein paar Milliarden einnehmen, aber den für ihren Bestand zwingend nötigen Flughafen schaffen wir am besten ab, weil die Menschen doch mit dem Leihfahrrad dorthin radeln sollen, und und und.

Das alles ist verrückt? Ja, ist es. Aber das ist doch ingesamt keine Übertreibung: Wir haben es mit einer solchen wirren Mischung sich gegenseitig ausschließender Forderungen zu tun.

Es könnte einem angst und bange werden. Wenn nur die Familienoriginalbenutzer-Fans die Realität bestimmten, ginge es rasend schnell schief. Wie gut, daß da noch jemand vorhanden ist, der Maß und Mitte in die Dinge bringt und, daran sein erinnert, so erfolgreich regiert wie niemand sonst: die CSU. Das war mal wieder festzustellen.

 

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