Vom langsamen Werden

#950 = #904

In diesem Blog wird nicht nur das eine oder der andere gelobt, wird nicht nur der eine oder das andere fröhlich aufgespießt – zuweilen kommt es auch zur sachlichen Erörterung relevanter Fragestellungen, und eine solche ist die Entwicklung des Plärrers und die des Zentralen Omnibusbahnhofs ZOB. Für ein gewisses Aufsehen sorgte der hier gemachte Vorschlag, den ZOB vom jetzigen Standpunkt und vom jetzigen – aus kommunalpolitischer Sicht: nicht wirklich zufriedenstellenden – Vertragswerk an einen neuen, hervorragend geeigneten Standort zu verlegen und zugleich eine aus städtischer Sicht gut rechtliche Situation zu schaffen.

Nun ist eine Idee nur eine Idee: Als solches recht substanzlos, und verbliebe sie in diesem Stadium, würde sie kein Thema der ernstlichen politischen Auseinandersetzung darstellen. Eben aber dies soll geschehen, und deswegen wurden die vergangenen Tage auch dazu genutzt, aus der Idee so etwas wie einen allmählich konkret werdenden Vorschlag zu machen. Es gab Gespräche mit einem Architekten und Stadtplaner, mit Kommunalpolitiker (nicht nur einer Couleur), mit VAG-Busfahrern und vielen Menschen.

Dabei ist Erstaunliches zu vermelden. Es gab Zustimmung zu dem Vorhaben und es gab Hinweise, daß diese Problematik oder jener Aspekt beachtet werden müsse – aber es gab in der ernsthaften politischen Debatte keine scharfe Ablehnung, kein „Geht nicht“. Das fällt schon einmal auf und macht Lust, den Vorschlag zu entwickeln.

Auf dieser Grundlage entstand der oben im Ausschnitt zu sehende Plan. Er zeigt u.a. die beiden Straßenbahninseln, von denen die westliche mit rd. 9.500 qm heute vor allem die Funktion einer Umsteigehaltestelle dreier Verkehrssysteme (U-Bahn, Straßenbahn, Bus) hat, und die östliche, die mit ihren rund 4.000 qm jenseits des Verkehrsweges genau gar keine Funktion hat.

Dieser Plan, in dem bewußt die Straßenbahngleise noch nicht eingezeichnet sind, dient nun als Blaupause für die Erstellung eines Planes, wie die Umgestaltung vorzunehmen ist, um eine gute Lösung zu schaffen, die alle Anforderungen, die an den Plärrer mit ZOB zu stellen wären, berücksichtigt. Es werden im Moment zwei grundsätzlich verschiedene Ansätze verfolgt, und es steht zu hoffen, daß bald im neuen Jahr mehrere Varianten vorgestellt werden können.

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