Fischessen. Ach so?

#944 Am gestrigen Abend lud die CSU zu ihrem traditionellen Fischessen ein. Als Ehrengast wurde Thomas Kreuzer, Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag, gebeten. Alle waren da: Markus Söder, seines Zeichens CSU-Bezirksvorsitzender und Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat; Michael Frieser und Dagmar Wöhrl, – die direkt in den Bundestag gewählten Abgeordneten für die beiden Nürnberger Wahlkreise; Hermann Imhof – Patientenbeauftragter der Staatsregierung und MdL; Michael Brückner – entwicklungshilfepolitischer Sprecher der Fraktion, MdL, Petra Guttenberger MdL und viele Kommunalpolitiker: Bürgermeister Dr. Klemens Gsell, die Referenten Prof. Dr. Julia Lehner (Kultur) und Dr. Michael Fraas (Wirtschaft), und die ehrenamtlichen Stadträte Aliki Alesik, Helmine Buchsbaum, Werner Henning, Rita Heinemann, Max Höffkes, Marcus König, Andrea Loos und Bezirksrat Peter Daniel Forster.

Was hier erst einmal klingt wie ein Auszug aus dem lokalem Gotha, ist in Wahrheit doch etwas ganz anderes: ein Nachweis der Stärke der CSU. Es ist vielleicht kein Grund, andere Parteien weniger zu achten, weil sie eine solch geballte Ladung von Mandatsträgern kaum zu einem scheinbar banalen Traditionsritual in eine, nun ja, sagen wir: geräumige Örtlichkeit in den Nürnberger Outskirts versammeln können. Wie gesagt: vielleicht kein Grund für Geringachtung anderer – wohl aber einer, die CSU zu achten.

Und dann kommt der Ehrengast des Abends: Thomas Kreuzer. Von Beruf ist er sozusagen Allgäuer und real Fraktionsvorsitzender der CSU im Bayerischen Landtag. Markus Söder leitet den Abend ein, Michael Frieser leitet ihn aus. Bisher scheinbar nichts wirklich aufregendes; warum also soll sich der geneigte Leser durch diese Zeilen quälen?

Weil dazwischen Thomas Kreuzer sprach, und er sagte einige Dinge, die hörens- und berichtenswert sind. Nun soll hier nicht die Rede wiedergegeben werden; das sprengte auch den Rahmen. Ja, es soll nicht einmal zusammengefaßt werden; nein, es soll nur ein Gedanke erwähnt werden. Ein Gedanke nur, und doch steckt in ihm vieles, was zu bedenken ist.

Eine der Ursachen für die Fluchtbewegung nach Deutschland und Bayern ist, vielleicht neben der Tatsache, daß wir ein wohlhabendes Gemeinwesen haben, unsere Freiheit. Bei uns sind die Menschen frei; in ihren Herkunftsländern sind es viele derer, die nach Deutschland wollen, nicht: Frei in ihrer Religion, einschließlich der Freiheit, keiner Religion zu gehorchen. Frei in der sexuellen Selbstbestimmung. Frei in der politischen Meinung. Frei als Frau. Frei in Wort und Schrift, im Gedanken. Und doch sind unter diesen Menschen manche – und zwar genügend, um darüber reden zu müssen –, die diese neugewonnene Freiheit dazu verwenden und mißbrauchen wollen, anderen ihre Freiheit zu nehmen.

„Erst töten wir die Sabbat-Leute, dann die Sonntags-Leute!“ ist eine der unerträglichen Losungen des IS. Das ist die Spitze, sozusagen die Avantgarde in diaboli, aber nur ein törichter Narr kann glauben, daß es nur um diese ginge, und wir quasi mit ein wenig polizeilicher Arbeit dieses Problems Herr würden; das ist so leicht nicht der Fall.

Der schändliche Mob, der in Köln seinen größten Auftritt wagte, aber auch in anderen deutschen Städten – und in Nürnberg – auftrat, zeigt eine Gefahr, die exponentiell zunimmt mit der Zahl derer, die aus einem völlig anderen Kulturkreis zu uns kommen. Einer unter Tausend, der dieses perverse taharrush gamea genannte Phänomen der massenhaften sexuellen Nötigung, gepaart mit Diebstahl und Raub, praktizieren will – der kommt gar nicht zum Zuge, der hat keine Chance. Aber viele Tausend unter über einer Million – die können beinahe alles machen, was sie machen wollen. Und sie tun es.

Damit tun sie nicht nur der deutschen Gesellschaft etwas Böses; sie untergraben auch die Hilfsbereitschaft gegenüber denen, denen wir helfen wollen und sollen. Die, beispielsweise, Christen, an denen derzeit ein Völkermord geschieht, und die davor fliehen konnten, werden von manchen in einen Topf geworfen mit anderen, die ganz andere Fluchtgründe haben und sich hier nun wirklich nicht so benehmen, wie man es von jemandem, der Asyl begehrt oder als Flüchtling nach der Genfer Konvention anerkannt werden will, erwarten darf.

Nicht wir ändern unsere Gesellschaft. Wohin auch? Wollen wir intolerant werden? Wollen wir frauenverachtend werden? Wollen wir antisemitisch werden? Das alles ist unter den Flüchtlingen auch vorhanden. Und das ist nicht mit einem blödsinnigen „Gender-Seminar“ zu erledigen; die in Köln wußten doch auch ohne dies, daß sie etwas Verbotenes taten.

Wird die Zahl zu groß, dann haben wir keine Wahl mehr, als uns zu ändern. Manche aber von uns mögen dieses Land so, wie es ist.

Wenn jemand zu uns flüchtet, dann soll das so sein. Wir schauen nicht weg. Aber erstens dürfen wir die Leistungsfähigkeit dieser Gesellschaft nicht im Übermaß in Anspruch nehmen, und zweitens müssen wir diejenigen, die uns als ihre Beute begreifen, schnell ausweisen. Damit helfen wir denen, die eine Bleibeperspektive haben, und helfen – das ist ja nicht verboten – uns.

Das alles war ein einzelner Gedanke, der nur einige Sekunden der Rede in Anspruch nahm. Auf einer anscheinend unbesonderen Veranstaltung am Rande einer Stadt. Aber ach, es ist doch anders. Diese Veranstaltungen der CSU stellen auch und gerade aufgrund der vielen, vielen Menschen, die dorthin kommen, etwas anderes dar. Es ist vielmehr eine Selbstbestimmung, Selbstvergewisserung, auch: Selbstbestätigung. In dieser verrückten Welt tut es ganz gut, zu wissen und sich zu vergewissern, daß wir nicht den dumpfen Grölern mit ihrem haßerfüllten „Nein!“ noch den hysterischen, naiven Überemotionalisierten mit ihrem „Refugees welcome!“ den Platz der Vernunft, von Maß und Mitte überlassen werden.

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