Die SPD im freien Fall?

#927 In den Umfragen liegt die CSU bei der absoluten Mehrheit und die SPD deutschlandweit bei 24 %, in Bayern bei 16 %. Klare Ansage von einem CSUler: Letzteres, also das Ergebnis für die SPD, ist für unsere Demokratie nicht gut.

Eine gute und starke Regierung bedarf einer guten und starken Opposition. Das kann eine 16-Prozent-Partei auf die Dauer nicht leisten. Es wäre gut für alle, wenn die SPD nicht weiter und kontinuierlich an Zustimmung der Bevölkerung verlieren würde. Zwar versteht dieser Blog seinen Auftrag nicht unbedingt darin, der alten Tante SPD eine Frischzellenkur anzubieten, aber es darf vielleicht doch auf die schlimmsten Fehler unter den vielen Fehlern hingewiesen werden.

Ein solcher Fehler ist das überkommene Meckern, Besserwissen, die Humorlosigkeit, Schwarzseherei, Layrmoyanz. Verkörpert wird dies in der SPD auf beeindruckende Art von deren stellvertretendem Vorsitzendem, einem gewissen Ralf Stegner. Nun ist er als schleswig-holsteinischer Politiker dem Bayern und Franken als solchem sowieso recht weit entfernt, aber was der Herr Stegner – doch immerhin Vize einer Partei der Bundesregierung – gelegentlich so raushaut, ist schon erstaunlich.

So sagt er zu einem von der CSU übernommenen Plan zur Linderung der Flüchtlingskrise, den Julia Klöckner nun „A2“ nennt: „Das war schon damals Unsinn und das bleibt Unsinn“. Er belfert gegen die Union und am liebsten gegen die CSU. Weil er inhaltlich wenig bringt – das sind die Sätze, die mit dem Wort „weil“ beginnen –, wird er im Ton sudelig, um von der öden Leere abzulenken. Aber genau dies können die Menschen nicht mehr hören.

Stegner ist einer von denen, die sogar noch ein Wahlergebnis, bei dem die SPD unter 20 und die Union  über 40 Prozent liegen, mit trockenen Worten als strahlenden Sieg der Sozialdemokratie und krachende Niederlage der Union verkaufen würden. Wenn er morgens im Deutschlandfunk als Interviewpartner angekündigt wird, dann sollte man gleich an die Hausapotheke kaufen, um Lachalin® einzunehmen.

Natürlich kann und soll jeder politische aktive Mensch sich bei einer Partei zuhause fühlen. Was einen aber zum Außenseiter im Schulhof, in den Parlamenten und allüberall macht, ist die mißmutig vorgetragene Überzeugung, daß man selber ganz klasse ist und alle anderen entweder blöd oder böse sind. Es trägt nicht zur Beliebtheit bei, wenn man selbst nicht den geringsten Zweifel an sich zuläßt. Ralf Stegner ist als Typ das Menetekel der SPD.

Liebe SPD, es wäre schon schön, wenn Ihr auf Landes- und Bundesebene eine solide Oppositionsarbeit leisten würdet. Das ist leider derzeit nicht wirklich der Fall. In Berlin regiert Ihr mit, in Bayern macht Ihr nicht einmal Opposition: da seid Ihr irgendwie gar nicht da. Die in Bayern mächtigen SPDler Florian Pronold (Vorsitzender) und Markus Rinderspacher (Fraktionsvorsitzender im Landtag) sind ungefähr so populär wie bekannt: gar nicht.

Dieses Land steht vor Aufgaben und Herausforderungen von enormer Wichtigkeit. Ihr braucht nun Menschen, die an deren Bewältigung mitarbeiten – und nicht solche, die irrlichternd die Malaise verschlimmern.

 

Bild: „Ralf Stegner – Appen musiziert 2014 01“ by Frank Schwichtenberg – Own work. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ralf_Stegner_%E2%80%93_Appen_musiziert_2014_01.jpg#/media/File:Ralf_Stegner_%E2%80%93_Appen_musiziert_2014_01.jpg

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