Diejenigen, die Respekt wünschen, erweisen Respekt.

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#888 Es mutet an wie eine Posse aus der Provinz. Da wird in einem leerstehenden Gebäude – das, sanft gesagt, weltlicher Natur ist – ein wenig weihnachtlich dekoriert. Und postwendend wird via Zeitung gesagt, daß dies falsch sei, nicht dialog-orientiert, nicht multi-kulti. Ach.

Wir sind, wer wir sind. Diese Gesellschaft ist geprägt – auch vom hier verwurzelten Christentum und dessen Werten. In Nürnberg – heute weltweit für seinen Christkindlesmarkt bekannt – ist dies gerade in der Adventszeit erlebbar, und das sollte für jeden erträglich sein.

Man muß übrigens keineswegs selbst den religiösen Gehalt von Weihnachten feiern, um dies zu respektieren. Und man muß nicht zur kulturellen Mehrheit gehören, um dieser zuzugeben, daß sie die Mehrheit ist. Woraus sich wieder vieles andere ergibt.

Natürlich gehört es sich bei uns, daß die Mehrheit ihre starke Stellung nicht etwa ausnutzt und Minderheiten vereinnahmt oder gar unterdrückt. Derlei steht nicht zu befürchten; selbst eine scharfe Beobachtung erlaubt nicht einmal die Befürchtung einer solchen Annahme. Die Mehrheit drängt niemanden, der das nicht mag, zum Mitmachen. Sie lädt jeden, der will, zum Mitmachen ein. Sie respektiert andere. Und sie fordert Respekt ein.

Es ist hierzulande der Sonntag, der der wöchentliche Ruhetag ist. In muslimischen Ländern ist es der Freitag, in Israel der Samstag. Und in jedem Land respektiert die jeweilige Minderheit die Regeln, die – von wem auch sonst? – von der Mehrheit aufgestellt werden. Das ist jedem zumutbar.

Und so gibt es bei uns in der Adventszeit eben auch weihnachtliche Dekoration. Es geht darum, daß diese kulturelle Prägung selbstverständlich ist, daß sie selbstverständlich zu respektieren ist. Weihnachten und nicht Lichterfest, Weihnachtsbäume und keine Rosen. Gänsebraten. Geschenke. Besinnung auf Werte. Vieles mehr.

Dies ist keine Gelegenheit, um – ohnehin völlig falsche – Absurditäten wie „Multi-Kulti“ zum wiederholten Male aufzuwärmen. Oder um zu fordern, Weihnachten auch um irgendwelche Komponenten anderer zu erweitern, bis es in der Ödnis irgendeines Jahresendfestes versickern würde, das keinen Anlaß und keinen Inhalt mehr kennt, sondern vor lauter Beliebigkeit irrelevant wird.

Der Verfasser dieser Zeilen gehört selbst einer Minderheit an, für die Weihnachten keinen besonderen religiösen Inhalt hat. Aber deswegen kann doch dennoch von jedermann der ethische Inhalt Weihnachtens gewürdigt werden. Nun soll man übrigens auch nicht leichtfertig sagen, daß die Fülle, Enge und Dränge, durch die Weihnachten auch geprägt werden und bedrängen, diesen ethischen Inhalt verdrängten. Weihnachten ist ein wesentlicher, ein wichtiger Bestandteil der Kultur. Es ist nichts als richtig, wenn diejenigen, die Respekt für ihren Minderheitenstatus fordern, zunächst einmal ihren Respekt vor dem bekunden, was diese Kultur ist und ausmacht.

Die CSU hat auf ihrem unlängst abgehaltenen Parteitag mit 820 Stimmen bei einer einzigen Nein-Stimme einen Leitantrag beschlossen. In ihm heißt es:

Bayern ist ein christlich geprägtes Land und wird ein christlich geprägtes Land bleiben.

Wer zu uns kommt, kommt in ein Land mit christlichen Werten, Traditionen und Bräuchen. Christliche Feiertage bestimmen hier den Kalender, christliche Kirchen prägen unsere Orte und in den christlichen Traditionen wurzelt unser Brauchtum. Zu unseren christlichen Werten gehört Toleranz gegenüber anderen Religionen und deren Ausübung. Im Gegenzug verlangen wir Respekt vor der christlichen Prägung unseres Landes.

Multikulti ist gescheitert.

Eine plurale, weltoffene Gesellschaft ist wertgebunden und nicht beliebig. Wir haben in Bayern Multikulti nie eine Chance gelassen: Vielfalt ja, Multikulti nein. Deshalb gelingt Integration bei uns. Anderswo haben linke Ideologen auf Multikulti gesetzt.

Parallelgesellschaften, No-Go-Areas und Ghettoisierung sind dort die Folge. Wir haben als erstes konsequent das Erlernen der deutschen Sprache eingefordert. Dafür hat uns Rot-Grün Zwangs-Germanisierung vorgeworfen. Heute bezweifelt niemand mehr, dass Sprache der Schlüssel zur Integration ist. Wir haben Recht behalten.

Daraus ist klar ersichtlich, daß (natürlich aus Sicht der CSU) eine Argumentation, die sich auf „Multi-Kulti“ beruft, von vornherein abzulehnen ist. Wir müssen – ob gläubiger Christ oder nicht – schon erkennen, daß es des gegenseitigen Respekts bedarf. Und hier gilt eines: Diejenigen, die Respekt wünschen, erweisen Respekt.

 

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