Gut so. Weitermachen.

#877 „Gibt es Regen oder Schnee, trägt die Schuld die SPD. Wenn aber die Sonne lacht, hat’s die CSU gemacht“, weiß ein alter Wahlkampfspruch von mäßig intellektuellem Anspruch zu künden. Das Wahlergebnis – oder genauer: die Wahlergebnisse – werden in den nächsten Tagen noch zu analysieren sein; das geht im Detail nicht auf die Schnelle.

Ein paar Aspekte aber sind leicht zu erkennen. Einer davon ist, daß das Thema Flucht und Zuwanderung der CSU zusetzt, sie belastet. Einem Teil der Partei ging die klare Ansage gegenüber der Bundeskanzlerin viel zu weit, einem anderen bei weitem nicht weit genug. Die Stärke der CSU aber besteht darin, daß sie zu einen versteht. Das ist bei der gegenwärtigen Lage nicht ganz der Fall, oder noch nicht ganz, und das lastet auf der Partei.

Natürlich waren am Freitag unter den Delegierten manche, die lautlos „klatschten“ oder gerade dann vor der Halle einen Espresso tranken, als die Kanzlerin ankam. Welch Zufall. Es waren auch welche darunter, die das Verhalten Angela Merkels schlecht fanden – und welche, die das Verhalten ihr gegenüber nicht gut fanden. Es gibt Delegierte, die überreichten Horst Seehofer feierlich ein Nein – und gar manche, die leere oder ungültige Stimmzettel abgaben. Er dankte dem Parteitag nicht für seine Wahl; menschlich mag das verständlich sein.

Ein wichtiger Aspekt ist auch, daß die Vorsitzende des in der CSU traditionell dominierenden Bezirksverbandes Oberbayern bei knapp tausend Delegierten gerade einmal drei Stimmen mehr bekam als Markus Söder, der Vorsitzende des fast kleinsten Bezirksverbands. Woran man sieht: Landsmannschaftliche Gründe alleine sind längst kein Grund für Gefolgschaft.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ist als Stellvertreter bestätigt worden; Nürnbergs Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner und Karl Freller MdL wurde wieder in den Vorstand gewählt. Gut.

Die Basis hat nun die Gelegenheit genutzt, nicht nur der Kanzlerin per Abkanzelung zu zeigen, wie sie denkt; auch der CSU-Vorsitzende mußte erdulden, daß sich Kritik manifestierte.

Jetzt aber, jetzt ist es wieder gut. Jetzt wird wieder zur Arbeit zurückgekehrt, mit der Ausrichtung durch den Leitantrag. Die Scharmützel haben eine Ende; die geordnete Übergabe findet nun statt. Und gegenüber der Bundeskanzlerin gilt, was FJS einst sagte: Die Bayern werden die letzten Preußen sein, werden den Rechtsstaat in Deutschland wiederherstellen, und sich dann mit Fleiß und Eifer der Frage widmen, wie man die aktuellen Probleme lösen kann. Mit dem Leitantrag als Grundlage.

Und auf dem Weg aus München heraus hat der Regen aufgehört, sind die dunklen Wolken verzogen. Die Sonne gleißt. „…Wenn aber die Sonne lacht, hat’s die CSU gemacht.“ In diesem Sinne.

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