Laßt Blumen sprechen

© Freud
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#844 Blumen gehören zum Leben dazu. Sie spiegeln mit ihrem Blühen und ihrem Welken das menschliche Leben wieder. Auch sind sie ein Symbol für den achtsamen Umgang mit Umwelt. Achtsam – nicht kindisch oder etwas arg gefühlsschwanger, nicht blauäugig oder gar den Menschen nur als etwas Störendes wahrnehmend und einer phantasierten Erdmutter Gaia dienend.

Politik, gute zumal, kümmert sich um gute Lebensumstände. Auch wenn dabei kaum ein Bürger gleich an die Energiewende denken sollte: Sie gehört unmittelbar zu den aktuellen Kernaufgaben von Politik.

Natürlich muß hier wie stets den Blütenträumen Einhalt geboten werden. Die Energiewende muß her, denn es ist eine den menschlichen Verstand letztlich beleidigende Verhaltensweise, endliche Rohstoffe zu verheizen und zu verstromen. Wir brauchen diese endlichen Rohstoffe vor allem dort, wo sie noch nicht ersetzt werden können, unter anderem in der Pharmazie. Aber Strom? Den kriegen wir auch aus anderen Verfahren und können Erdöl usw. für wichtigere Dinge verwenden.

Diese Aufgabe hat sich die Politik gestellt – aus Gründen also der Vernunft. Der Weg zur Energiewende ist nicht leicht. Das Netz muß neben seinen zentralen Strukturen auch dezentrale Strukturen haben, denn die erneuerbaren Energien sind meist zahlreiche, aber kleinteilige Stromerzeuger. Und anderes mehr; es ist keine einfache Materie.

Auch die Mobilität ist ein Thema der Energiewende. Es gibt Elektro-Autos – aber sie sind noch nicht so weit entwickelt, daß sie für die Masse der Menschen eine sinnvolle Möglichkeit darstellten.

Mit diesen Themen und vielen mehr – auch Heizen gehört dazu – befaßt sich der Arbeitskreis Energiewende der CSU. Er hat den Auftrag, dem Vorstand der CSU Ideen zu liefern, auch Grenzen des Möglichen aufzuzeigen. Natürlich muß er auch stets die Machbarkeit beachten und darf sich nicht in einer Scheinwelt des Eidschi-Bum-Beidschi bewegen. Er darf nie, nicht einmal näherungs- oder anscheinsweise, der natürlich an sich berechtigten Lobbyarbeit von Unternehmen Raum geben. Man darf nicht vergessen, daß es sich bei der Energiewende auch um ein Milliarden, ja: Billionen kostendes Vorhaben handelt. Natürlich versuchen Unternehmen, hier Einfluß zu nehmen. Da muß man Acht geben, daß der Schwanz nicht mit dem Hund wackelt. Es ist immer noch die Politik, die entscheidet.

An den HGÜ-Stromtrassen haben wir das auf eine Weise gesehen, die zwar gut ausging, aber schon problematisch war. Dauernd haben uns irgendwelche Unternehmen erzählt, daß wir da neue, riesige Überlandtrassen haben müßten. Interessierte Kreise haben zahlreiche Veranstaltungen gemacht, auf denen genau das versucht wurde. Als dann der Ministerpräsident in Berlin erfolgreich verhandelte und die CSU Beschlüsse faßte, wurden die Trassen ganz anders und unterirdisch geplant – und plötzlich war das für die Unternehmen möglich, obwohl sie vorher noch die alten Pläne als alternativlos darzustellen bestrebt waren.

Man sieht, daß der Primat der Politik keineswegs selbstverständlich ist, sondern stets erkämpft sein will. Nun gut, dann erkämpfen wir ihn uns.

Heute findet die Landesversammlung des AK Energiewende statt. Er wurde seit seiner auch von ihm mit durchgesetzten Gründung vom früheren Erlanger Oberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis geleitet. Siegfried Balleis tritt nicht mehr zur Wiederwahl an; es werden voraussichtlich zwei Kandidaten für den Landesvorsitz antreten. Es ist nichts verkehrtes, wenn die Delegierten die Wahl haben. Wichtig ist, daß nach dem demokratischen Prozeß der Wahl auch die Unterstützer des unterlegenen Kandidaten den neuen Vorsitzenden unterstützen, wie sich das in der Demokratie gehört.

Es wird spannend zu sehen, wie der politisch zunehmend bedeutsame AKE sich für die kommende Zeit aufstellt. Es kommt auch darauf an, den AKE auf sympathische Weise politisch hörbar und einflußreich zu machen. Ein Gremium, das sich vor allem um sich selbst dreht, braucht kein Mensch. Ein Gremium aber, das nicht nur wissenschaftlich, sondern auch politisch durchdachte Vorschläge, Anregungen und natürlich auch Ablehnungen im Sinne von „das akzeptieren die Bürger nicht“ an die leitenden Gremien der CSU vermittelt, ist ein wichtiges und die reale Politik der Staatsregierung an wichtiger Stelle mit beeinflussendes Organ der politischen Willensbildung im Spektrum der CSU. Gehen wir es an.

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