Pardauz

MB, JH, MS
MB, JH, MS

#840 Wer kennt sie nicht? Dr. Erika Fuchs, die begnadete Übersetzerin der Donald-Duck-Comics, bescherte uns zahlreiche sprachliche Feinheiten und führte ganze Generationen sanft an die Literatur heran. „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns waschen und Gefahr“ ist mehr als ein Sprüchlein von Tick, Trick und Track. Oder wer kennt nicht das famose „Dem Ingenieur ist nichts zu schwör“? Das war Erika Fuchs, eine ungemein gebildete, starke Frau. Sie erfand auch jenes diesen Beitrag überschreibende „Pardauz“. Es ist ein Ausruf des Erstaunen, sozusagen ein aus frühen Tagen hinüberrufendes „Ach!“ oder eben ein Wort, das dem Träger eines Hutes oder eines Toupets eben jenes vom Kopf in die Höhe schießen läßt, um dem Ausdruck des Erstaunens auf seinem Gesichte Platz zu machen.

So also war heute morgen Anlaß, „Pardauz!“ zu rufen, als in den Nürnberger Nachrichten in einem Kommentar heute auf Seite 10 tatsächlich einmal die Arbeit der Staatsregierung und somit auch der CSU gelobt wurde: Es ging um die Uni auf AEG.

Freilich, im Text selber tauchen die Worte „Bayerische Staatsregierung“, „CSU“ oder gar die Namen der beteiligten Minister Söder, Spaenle, Herrmann gar nicht erst auf. Der Leser an sich könnte so zwar der Meinung sein, daß so etwas wie die Uni einfach mal so aus dem All auf die Stadt Nürnberg geworfen werden würde. Kein Wort zu den vielen, mühevollen und teuren Ursachen, die hinter diesen die Nürnberger Weststadt wieder ganz nach vorne bringenden Entwicklungen stecken. Kein Wort natürlich und erst recht nicht zu einem wichtigen Element der nun auch für die Nürnberger Nachrichten gut sichtbaren Erfolgsgeschichte auf AEG: das Scheitern der entsprechenden Pläne auf dem Areal der Quelle. Der nur deswegen, weil das eine nicht wurde, werden konnte. Aber dies eben auch nur, weil die Vorgenannten dies wahr werden ließen.

In der gleichen Zeitung wurden die Minister, die das Werden der Uni „auf AEG“ bekanntgaben, kritisiert. Das seien nur Ankündigungen, da sei nicht viel dahinter, Effekthascherei, Schaumschlägerei. Nun aber, da die Ergebnisse für jedermann sichtbar sind, kommt die Kehrtwende. Aber die wird, erstaunlicherweise, ohne die Nennung der dafür Verantwortlichen gemacht. Will sagen: Als die NN meinte, daß an der Uni „auf AEG“ nicht viel dran sei, konnte sie den Namen Söder gar nicht oft genug in einem Artikel darüber unterbringen. Nun, da der Erfolg des Projekts gar nicht mehr übersehen werden kann, sucht man den Namen „Söder“ vergeblich im Artikel. Cui bono?

Aber das ist vielleicht gar nicht so schlimm. Entscheidend ist, daß es für Nürnberg voran geht. Es kommt immer erst das Land (die Stadt), dann die Partei (CSU) oder der Mensch hinter dem Vorhaben (Söder), so ist die richtige Reihenfolge. Und es geht voran. Die Menschen werden schon wissen, wer wirklich etwas macht. Der Unterschied zwischen der Regierung und der Opposition ist auch der, daß die Regierung ihren Ankündigungen Taten folgen läßt und folgen lassen muß. Die Opposition tut sich dagegen mit Forderungen leicht: Unter Betonung des Umstands, daß sie das ja leider, leider mangels Mehrheit nicht beschließen könne, folgt nach ihren lautstarken Forderungen meist genau gar nichts.

Das ist bei Ankündigungen der Regierungspartei CSU anders. Hier wird nur angekündigt, wenn auch sichergestellt ist, daß der Erfolg kommt. Und so regiert diese CSU seit Jahren und Jahrzehnten. Und dies ist auch genau der Grund, warum die Menschen der CSU vertrauen: weil den Ankündigungen auch die entsprechenden Taten folgen.

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