Das war zu erwarten

Franz-Josef Strauß (1982) – Public Domain
Franz-Josef Strauß (1982) – Public Domain

#824 Pünktlich zum 100. Geburtstag von FJS und also ach wie passend kommen Meldungen heraus, nach denen er sich hat Mittel zukommen lassen, ohne dafür eine jedenfalls aus heutiger Sicht dies rechtfertigende Gegenleistung erbracht zu haben.

Lassen wir einmal die Frage beiseite, warum das gerade jetzt der Fall ist, denn in einigen Tagen jährt sich sein Geburtstag zum 100. Male, und die CSU macht sich daran, den ordentlich zu begehen.

Kümmern wir uns doch lieber um die Frage: Was soll das? Niemand hat ihn je als Säulenheiliger bezeichnet. FJS war aber derjenige, der die CSU als Partei geprägt hat, die sich um den Bauern im Bayerischen Wald ebenso gekümmert hat wie um die Hochkultur, die Landräte mit Visionen ausstattete wie eben auch Bayern zum weltweiten Player auf höchstem Niveau nahezu aller relevanten Bereiche machte.

Ob nun am Vorwurf etwas dran ist oder nicht: Interessiert das? Ebensogut könnte man über sein Toupet schwadronieren. Hier geht es um jemanden, der einem ganzen Staat wesentliche Impulse gab.

Heute sind die Zeiten freilich anders. Ob FJS heute noch Chancen hätte? Schwer zu sagen.

Als der Nürnberger Flughafen den Beinamen „Albrecht Dürer“ erhielt, wurden dagegen vor allem zwei sogenannte Argumente vorgebracht. Zum einen wurde gesagt, daß für den internationalen Gebrauch der Umlaut Ü in Dürer von Nachteil sei. Das war freilich ein sehr kluges Argument. Bei einer Stadt wie nÜrnberg ist ein Ü echt ein Problem…

Zum anderen wandte jemand ein, daß – Achtung! – Albrecht Dürer kein vortrefflicher Ehemann gewesen sein und man deswegen den Flughafen unmöglich nach ihm benennen könne…

Was für ein blühender Unsinn. Er soll ja nicht als „Ehemann“ dem Flughafen seinen Namen geben, sondern als Künstler Albrecht Dürer.

Franz-Josef Strauß soll auch nicht als Heiliger verehrt werden noch soll alles, was er tat, als nachahmenswert notiert werden. Aber die politische Person FJS ist eine Person, an die zu erinnern richtig ist. Kritikfrei? Ach nein, das verlangt ja niemand. Aber der Baumeister des modernen Bayern ist von solchen pünktlich zum 100. auftauchenden Entdeckungen gefeit: sie reichen nicht an das heran, was wir an ihm schätzen.

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