Weitsicht. Machen.

"Weddingring-JH" by Jason Hutchens from Sydney, Australia - IMG_6795. Licensed under CC BY 2.0 via Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Weddingring-JH.jpg#/media/File:Weddingring-JH.jpg
„Weddingring-JH“ by Jason Hutchens from Sydney, Australia – IMG_6795. Licensed under CC BY 2.0 via Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Weddingring-JH.jpg#/media/File:Weddingring-JH.jpg

#808 Vor einiger Zeit brachte Markus Söder den Vorschlag ins Gespräch, im Zimmer der Wachen auf der Nürnberger Kaiserburg ein Hochzeitszimmer einzurichten, auf daß man dort heiraten könne.

Allmächd, so die Antwort aus der Stadtverwaltung, da mou mer ja nauf laufn! Und überhaupt, das wolle ja eh keiner. Ach?

Die Zusatzgebühr für diesen Ort für die Trauung beträgt 290 €; nicht eben ein Sonderangebot. Und trotzdem: für 2016 wurden 85 Termine auf der Kaiserburg ermöglicht – natürlich nur in der besseren Jahreszeit. Und diese Termine werden schnellstens vergeben sein. Das bringt, nebenbei bemerkt, 24.650 € in die Stadtkasse.

Man erkennt, wenn man mag, auch an einer solch kleinen Episode, wo der Blick für das, was die Menschen wollen, vorhanden ist. Das gilt im gleichen Maße für das Betreuungsgeld. Es ist eben nicht, wie die Unwissenden oder Verwirrten sagen, eine „Herdprämie“. Denn man muß nicht zuhause bleiben, um das Betreuungsgeld zu erhalten. Das muß man zwar beim Erziehungsgeld, heute Elterngeld, aber das haben ja die Sozialdemokraten eingebracht. Also haben die eine „Herdprämie“ Gesetz werden lassen, das nur gezahlt wird, wenn Mutti zuhause bleibt?

Von derlei wollen diejenigen in der aktuellen Debatte nichts hören, die auf dem Betreuungsgeld herumtrampeln. Aber die Menschen sagen – wie beim Hochzeitszimmer auf der Kaiserburg – den Herrschaften schon, was sie wollen. Das Betreuungsgeld ist beispielsweise in Bayern (und im Nordrhein-Westfalen der Hannelore Kraft…) ein besonderer Erfolg: Menschen wollen sich nicht vorschreiben lassen, daß sie ihre Kinder durch Fremde erziehen lassen müssen.

Eingriffe in das natürlichste Recht der Eltern erinnern an stalinistische Methoden auf anderen Gebieten, etwa bei der agrarischen Zwangskollektivierung, aber auch bei der Kindererziehung selbst, bei der sich die kommunistische Diktatur anmaßte, den Menschen vorzuschreiben, wie sie im Privaten zu leben hätten.

Freilich, das sei hier deutlich anerkannt, gibt es auch gar nicht so wenig Sachverhalte, bei denen auch und gerade in der Demokratie die Repräsentanten durchaus mal der Bevölkerung sagen sollen, was zu tun ist. Demokratie ist nicht die Verstaatlichung eines desinteressierten Laissez-faire.

Aber warum soll der Staat den Menschen vorschreiben, daß sie ihre Kinder im Kollektiv erziehen lassen müssen, quasi schon kurz nach der Geburt? Gute -Angebote schaffen – kein Problem. Die Vorteile dieser Art von Erziehung (die freilich auch mit Nachteilen erkauft werden) darstellen – gut. Aber die Eltern in ihrer Entscheidung unfrei machen, indem man das eine fördert, aber das andere nicht? Nicht gut.

Überdies hat sich, soweit bekannt, niemand in Karlsruhe darüber beschwert, daß Kitas mit Bundesmitteln ausgebaut werden. So von wegen „nicht zuständig“. Aber lassen wir das… Konzentrieren wir uns darauf, die Dinge klar zu sehen, richtig zu werten – und dann das Beste zu machen.

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