Es wird

Staatsminister Dr. Markus Söder MdL – © Freud
Staatsminister Dr. Markus Söder MdL – © Freud
#801
Wer glaubt, daß der jetzige Ministerpräsident darüber entscheidet, wer der nächste wird, der verwechselt Bayern mit einer Bananenrepublik.
Entscheiden wird nur einer: der Wähler. Und welchen Kandidaten ihm die CSU zur Wahl stellt, das entscheiden deren Delegierte auf einem Parteitag.
Nun sind Delegierte grundsätzlich in ihrer Meinung frei. Gleichwohl ist es realistisch, die jeweiligen Bezirksvorsitzenden für ziemlich bedeutsam zu halten. Kurz und gut: Hier wird die Meinung vertreten, daß sie die eigentlichen Königsmacher sind.
Nun aber ist zu fragen: Wie sieht es denn dort aus? Es gibt in Bayern sieben Regierungsbezirke: die zwei Bayern (Ober-, Nieder-), die drei Franken (Ober-, Mittel-, Unter-), die Oberpfalz und Schwaben. Das hat die CSU für ihre Parteistruktur so übernommen und noch die drei größten Städte mit je einem eigenen Bezirk versehen: München, Nürnberg-Fürth-Schwabach und Augsburg. Zehn Bezirke also gibt es in der CSU. Zehn Bezirksvorsitzende werden zuhause jeweils für einen neuen CSU-Vorsitzenden und Ministerpräsidenten eintreten. Für wen?
Man schaue sich an, wer diese zehn Bezirksvorsitzenden sind, die eigentlichen Granden der CSU:
  1. Augsburg: Johannes Hintersberger, Staatssekretär im bayerischen Sozialministerium
  2. Mittelfranken: Joachim Herrmann, bayerischer Innenminister
  3. München: Ludwig Spaenle, bayerischer Kultusminister
  4. Niederbayern: Manfred Weber, MdEP, aber vorraussichtlich nur bis zum nächsten CSU-Parteitag
  5. Nürnberg-Fürth-Schwabach: Markus Söder, bayerischer Finanzminister
  6. Oberbayern: Ilse Aigner, bayerische Wirtschaftsministerin
  7. Oberfranken: Hans-Peter Friedrich MdB
  8. Oberpfalz: Albert Füracker, Staatssekretär im bayerischen Finanzministerium
  9. Schwaben: Markus Ferber MdEP
  10. Unterfranken: Gerhard Eck MdL, Staatssekretär im bayerischen Innenministerium
Natürlich kann hier nicht klar festgestellt werden, wer sich wie äußern wird. Es ist aber klar, daß viele dieser CSU-Bezirksvorsitzenden gut mit Markus Söder als Minister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat zusammenarbeiten. Hier kommt Söders Stärke zur Wirkung: Freilich stimmt es, daß er getreut dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ sein Licht nicht unter den Scheffel stellt. Warum auch? Aber entscheidend ist etwas anderes, was manche gerne übersehen: Er tut eben etwas Gutes. Er verwaltet die Finanzen im Freistaat so, daß das bundes- und europaweit anewrkannt wird. Selbst die Opposition in Bayern, ob man darunter nun die anderen Parteien versteht oder mangels deren Befähigung die Süddeutsche Zeitung, hat an Söders Arbeit nichts ernstahftes auszusetzen. Und eben dies bekommen die Bezirksvorsitzendenkollegen sehr deutlich mit: daß der Söder liefert.
Beim letzten Hochwasser in Bayern gab der Ministerpräsident an einem Dienstagvormittag dem Finanzminister den Auftrag, sich darum zu kümmern. Als Söder am Nachmittag des gleichen Tages mit dem Hubschrauber in die per PKW nicht mehr erreichbaren Ecken kam, begrüßten ihn Landräte und Bürgermeister aller Parteien mit der Meldung, daß bei ihnen Geld angekommen sei. Das sei die Fluthilfe. So etwas hatten sie noch nicht erlebt. Oft genug gäbe es Ankündigungen und nicht viel mehr. Hier war die Hilfe schon da, bevor angekündigt wurde. So macht man das. Und so gewinnt man Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit. Das wird sich auszahlen.
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