Churchill revolutus?

Bundesarchiv_B_145_Bild-F003523-0001,_Bonn,_Winston_Churchill_und_Konrad_Adenauer

#796 „Wir haben eine völlige, durch nichts gemilderte Niederlage erlitten“, sagte Winston Churchill, als Neville Chamberlain im britischen Unterhaus für den Vertrag von München 1938 gefeiert werden wollte. Das Haus buhte Churchill aus – die Wirklichkeit gab ihm recht.

Die aktuelle Begeisterung für den Deal mit dem Iran ist unverständlich. Auf dieser Grundlage wird der Iran Atomwaffen kriegen, niemand wird es mehr verhindern können. Er wird damit sein Unrechtsregime auf die Region ausweiten, er wird andere Staaten erpressen, bedrohen – und möglicherweise vernichten.

All dies spricht er offen aus, und es soll nachher keiner von Ahnungslosigkeit plappern oder der dümmlichen Annahme Ausdruck verleihen, daß das jetzt schon überraschend sei, wer hätte denn wissen können, daß…

Nein. Der Iran ist ein Unrechtsregime, wie es nur wenige auf der Welt gibt. Mit dem Regime darf es keine Kollaboration geben.

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen“, sagte Adorno, und hatte recht. Es ist freilich zu begrüßen, wenn es der deutschen Exportwirtschaft gut geht, und dabei soll man nicht allzu zartfühlend sein. Aber um heute frische Geschäfte mit dem Regime in Teheran zu machen, eine uns alle in kurzer Zeit bedrohende Atommacht aufzupäppeln, ist nicht klug.

Dieser Barack Obama, scheidender Präsident der USA, hat der Welt ein Mehr an Problemen hinterlassen als jener von vielen immer noch angefeindete George W. Busch. Vielleicht wird man dereinst sehen, daß der eine gar nicht so schlecht war und der andere bei weitem nicht so gut.

Im Moment steht nur noch der amerikanische Congress zwischen uns und der iranischen Atombombe. Eine Chance haben wir noch.

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