Καλι νυχτα, Ελλαδα?

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#791 Der selbstverschuldete Niedergang einer Nation hält an. Griechenland, eine der Wiegen der Zivilisation und (trotz des merkwürdigen Verhaltens in der Makedonien-Frage) eines der wenigen oder gar das einzige Land des Balkans, das uns oder manchen von uns einst als entwickelt genug erschien, der ersten Kategorie von Staaten anzugehören, womit nicht Europameisterschaftssieger gemeint ist, sondern Eurozone – dieses Griechenland ist auf dem Weg, als Staat ein vermurkstes Etwas, ein Ort des Versagen, ein Ort des aufgeblasenen Machismo zu werden.

Das Kleinkind mit Aufmerksamkeitsdefizit ist aus der Regierung ausgeschieden. Und doch hat sich wenig verändert. Nach wie vor regieren übelst populistische Kräfte von ganz links und ganz rechts diese Kleptokratie. Was tun? Hinauswerfen?

Ja, möchte man sagen. Hinaus mit ihnen,m die uns betrogen haben und sich jetzt erdreisten, uns als blöd hinzustellen, weil wir ihre Lügen glaubten. Ja, hinaus mit ihnen, die sich weigern, etwas zu tun, und dafür auch noch „Respekt“ für die ach so „demokratische Entscheidung“ einfordern. Hört her, ihr Schwadronierer, und merkt auf: Diejenigen, die Respekt wünschen, erweisen Respekt!

Wir könnten uns jetzt zurücklehnen und den Niedergang Griechenlands aus dem Lehnstuhl betrachten. Wie die Banken demnächst öffnen, aber kein Geld mehr haben. Wie wertloses, griechisches Geld gedruckt wird und eine Nation sich erniedrigt, in dem alle bei jedem Touristen hinter dem € her hecheln, weil die „neue Drachme“ nichts wert ist. Wie Rentner keine Nahrung mehr kaufen können. Wie CARE-Pakete ihren Weg dorthin finden, wo eigentlich eine etwas fähigere Landwirtschaft die Menschen leicht versorgen können müßte. Wie der Absturz, dem seinerzeitigen Kuba gleich, auch die Nation nach unten reißt. Kein Olympia mehr, keine EM mehr, nichts mehr – außer dem häßlichen Kampf ums Überleben. Keine Geld für Medikamente für die Alten. Dahinsiechen in der Hitze, und das war es dann. Eine Verschwendung sondergleichen, eine Verschwendung von Millionen von Leben.

Aber so sind wir nicht. Wie schauen nicht einfach zu, wie eine miese Straßenbande ihr Volk in Geiselhaft nimmt, um an ihm seine mörderischen Experimente auszuüben. Unsere – gemeint ist die ganze EU, die ganze Eurozone – ist besser als deren Regierung, und zwar jede einzelne.

Die erste, die oberste Pflicht einer jeden Regierung auf der Welt ist es, keinen Krieg zuzulassen. Das meint aber auch den Bürgerkrieg – und wir werden, wenn es schlecht läuft, vielleicht noch erleben, daß in Griechenland angesichts der Ohnmacht, der Aussichtslosigkeit, der Depression, der Demütigung, in die diese Regierung dieses Land gebracht hat, Gewalt ausbricht. Wer nichts mehr zu verlieren hat, wer mit dem Rücken zur Wand steht, der setzt sich nicht nur nach Comment ein.

Wir sind anders. Wir können auch geduldig sein. Was kümmern uns die öden Macho-Sprüche des Kindes, das sich nicht benehmen kann? Laß ihn doch quatschen. Es hat für die Realität keine Bedeutung. Sie haben den obersten Claqueur entsorgt – das ist doch schon einmal ganz gut.

Wenn in den nächsten Tagen der griechische Staat in seinem Versagen die eigenen Leute nicht mehr bezahlen kann, die Beamten, die Rentner, dann wird das Jammern groß sein am Isthmus von Korinth. Und mögen sie auch alle ihre Beute, die Eurozone, dafür verantwortlich machen: Was kümmert uns das?

Die Regierungen der Eurozone übernehmen mehr Verantwortung für das griechische Volk, als dies die griechische Regierung tut. Die tut nichts, um ihrem Volk das Schlimmste zu ersparen. Wir tun viel.

Natürlich hat das auch eigene Interessen im Blick. Wir wollen, daß Griechenland ein Partner in der NATO bleibt. Auch wenn der gegenwärtige Dauergrinser an der Spitze der griechischen Regierung schon mal bei Putin und auch bei Erdogan angeklopft hat: es war ja doch vergebens. Der eine hat kein Geld, der andere auf diese Griechen keine Lust. Es sei nicht behauptet, daß Tsipras das will – aber er hat keine große Wahl, als ein Teil des westlichen Bündnisblocks zu bleiben. Und andere, die nach ihm kommen werden, werden dies wieder als Chance begreifen und sie beherzt ergreifen.

Je näher diese Persiflage einer Regierung an ihren betrügerischen Bankrott kommt, um so lauter werden die Stimmen derer werden, die Reformen gegen Solidarität zu geben bereit sind. Weg von einem miesen Staat, der den Diebstahl an den anderen Eurozonen-Staaten zur Daseinsgrundlage machen wollte, und hin zu dem Staat, der als fairer Partner Solidarität nimmt und eigene Anstrengungen gibt.

Diese Regierung ist so etwas von am Ende, daß es dafür keine anständigen Vergleiche mehr gibt. Von sozialistischer Ideologie jedenfalls braucht in diesem Jahrhundert niemand mehr zu schwatzen: ihr Versagen ist zu brutal.

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