Wolkenkuckucksheim

Kampfpanzer Leopard 2 A5 bei einer Lehr- und Gefechtsvorführung. - "Leopard 2 A5 der Bundeswehr" by Bundeswehr-Fotos - originally posted to Flickr as Leopard 2 A5. Licensed under CC BY 2.0 via Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Leopard_2_A5_der_Bundeswehr.jpg#/media/File:Leopard_2_A5_der_Bundeswehr.jpg (wer solche Copyright-Angaben wünscht, muß sich nicht über eine Nichtbeachtung wundern)
Kampfpanzer Leopard 2 A5 bei einer Lehr- und Gefechtsvorführung. – „Leopard 2 A5 der Bundeswehr“ by Bundeswehr-Fotos – originally posted to Flickr as Leopard 2 A5. Licensed under CC BY 2.0 via Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Leopard_2_A5_der_Bundeswehr.jpg#/media/File:Leopard_2_A5_der_Bundeswehr.jpg (wer solche Copyright-Angaben wünscht, muß sich nicht über eine Nichtbeachtung wundern)

#788 Heute in den Nürnberger Nachrichten schreibt ein Kommentator: „Dass bundesweit 160 000 Pflegekräfte fehlen und weit mehr als zwei Millionen Kinder offiziell als ‚arm‘ gelten – nicht so wichtig. … Wollen (oder können) wir uns Russland militärisch entgegenstellen? … [Man muß einsetzen], an was es der Regierung offenbar mangelt: Weitsicht.“

Einmal abgesehen vom falschen Deutsch (nicht „an was“, sondern „woran“) ist an diesem Kommentar nichts, aber auch wirklich nichts richtig.

Es ist auch durchaus die Frage zu stellen, ob das noch grundgesetzkonform ist: Wer einer völligen Beseitigung der Wehrbereitschaft das Wort redet, ist freilich als Erfüllungsgehilfe einer aggressiven Macht anzusehen, dem die freiheitlich-demokratische Grundordnung egal ist. Auch wenn der IS hier der weitaus gefährlichere Gegner ist: sollen wir uns nicht wehren? Sollen wir uns nicht wehren können?

Diese Meinung vertritt der Kommenator auf seinem scheinbar hohen Roß, in Wahrheit kläglichem Klepper der Gesinnungsethik.

Und gleich führt er die tränenrührenden Beispiele an: 160.000 Pflegekräfte fehlen! Dumm gefragt: Hätten wir eine Pflegekraft mehr, wenn wir einen Panzer weniger hätten? Natürlich nicht. So naiv darf doch ein Kommentator einer Tageszeitung nicht sein. Natürlich kommen dann auch wieder die angeblich „offiziell“ armen Kinder ins Spiel. Als ob die nicht mehr „arm“ wären, wenn wir keine Bundeswehr mehr hätten! (Ganz abgesehen davon ist der offizielle Armutsbegriff ziemlich dämlich. Wenn die unteren Einkommensklassen „arm“ sind – dann sind immer welche arm!)

Was dieser Zeitgenosse entweder nie begriffen oder wieder vergessen hat: Alles, was wir haben und was wir sind, beruht auf unserer Freiheit, unserer Demokratie und unserem Rechtsstaat. Wir dürfen schon auch erwarten, daß man diese zu verteidigen bereit ist und wir sind bereit, dieser Verteidigung auch die nötigen Mittel an die Hand zu geben.

Es ist schon wahr, daß Wohlstand dekadent macht, und dieses weiteren Beispiels des etwas arg realitätsfernen Kommentators hätte es nicht bedurft. Wir leben – verglichen mit den 1970er, 1980er Jahren – in einer verdammt gefährlich gewordenen Welt. Es gibt Kriege in Europa, direkt vor unserer Haustür: Jugoslawien, Ukraine. Es gibt verkommene Staatschefs, die Angriffskriege führen.

Wir tun niemandem etwas. Wir, die Bundesrepublik Deutschland, werden niemals einem Staat militärisch gegenübertreten, der uns nicht angreift. Aber wenn uns einer erobern will, bekämpfen will, besetzen will, dann werden wir, dann wird unsere Bundeswehr ihn aufhalten.

Daß ein solcher Kommentar in den NN erscheint, nachdem die verwirrte Sahra Wagenknecht von der SED („Linkspartei“) ihren NATO-feindseligen Tiraden auf Facebook los wurde und wir wieder einmal sehen, daß die SED uns nach wie vor an Moskau ausliefern will statt uns in Freiheit, Würde, Demokratie und Rechtsstaat leben zu lassen, ist doch bezeichnend.

Übrigens: Auch das ist natürlich Gessinungsethik pur und hat mit Verantwortungsethik genau gar nichts zu tun.

Weiter üben, Herr Kommentator!

Advertisements