Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne?

Der Frankenschnellweg in seinem üblichen Zustand. – © Freud
Der Frankenschnellweg in seinem üblichen Zustand. – © Freud

#782 Was Hermann Hesse einst so schön dichtete, ist vielleicht nicht ganz der tristen Wirklichkeit entsprechend. In einem Gedicht, in einer prosaischen Kurzgeschichte könnte man sich schön vorstellen, wie sich nach der größten Finanzierungszusage, die der Freistaat je der Stadt Nürnberg gab, befähigte Köpfe dem Projekt widmen, mit den Bürgern um die beste Lösung ringen, sich an die Arbeit machen, Pläne schmieden und dann die ersten Bagger und Maschinen anrollen, um (vor allem) des Freistaats Geld in eine andere Form gerinnen zu lassen, nämlich in die einer Straße, die eine der dämlichsten, Menschenzeit raubenden Bausünden unserer Väter vergessen machen soll.

Natürlich hat man in der Vorbereitung auf das eifrigste auch an die Auswirkungen auf die Umwelt gedacht. Die größte Auswirkung ist der Ausbau selbst: Indem der Verkehr für ein gutes Stück unter einem Deckel verschwindet, wird die Lebensqualität für Tausende von Menschen, die dort leben, besser. Indem nicht mehr Tag für Tag für Tag die Menschen elenden Raub an ihrer Zeit dulden müssen, ist ihre Lebensqualität verbessert. Und beides ist auch für die Umwelt gut. Es gibt gar keinen Zweifel daran, daß die jetzige Situation schlecht, schlecht, schlecht ist.

Es sei eine Prognose gewagt: Es wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung „UVP“ angeordnet werden. Über diese „UVP“ wird heftig gestritten werden. Irgendwelche fanatischen Aktivisten werden sich im Internet geschützte Tiere ausleihen (Das ist kein Scherz! Solche Seiten gibt es!), aussetzen und anschließend wie Klageweiber deren Elend beheulen. Am Ende kommt ein Komposthaufen hierhin und ein Windschutzstreifen dorthin. Das kostet dann wegen der Bauzeitverlängerung, der Beschäftigung von einem Dutzend Bund Naturschutz-„Fachleute“ und so weiter 200 Millionen Euro mehr, die Stadt Nürnberg kann das nicht bezahlen und deswegen bleibt es beim Frankenschnellweg bei dem heutigen, armseligen Zustand, der Schilda würdig wäre.

Es ist ein Tag der Tristesse in Nürnberg.

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