Israel im Dialog (Tag 3)

Umm el-Fahem Art Gallery – © Freud
Umm el-Fahem Art Gallery – © Freud

#764 Früh ging es los nach Umm el-Fahem. Das liegt in Israel nahe der Westbank; die Bevölkerung ist überwiegend arabisch-muslimisch. Sie hat sich bei einer Volksabstimmung für den Verbleib in Israel ausgesprochen. Dort wird eine Galerie betrieben, die auch und gerade arabischen Frauen durch die gemeinsame Arbeit an Kunsthandwerk fördert. Auch wenn ich mit einigen Sätzen des Galerie-Betreibers haderte: Daß er diese Arbeit macht, ist zweifellos richtig und wichtig. Es sind wohl nicht zuletzt die Frauen, die eine wichtige Stimme in der Befriedung dieses Gebiets haben werden.

Mariä-Verkündigungskirche in Nazareth – © Freud
Mariä-Verkündigungskirche in Nazareth – © Freud

In der Mariä-Verkündigungskirche in Nazareth schritten gerade katholische Priester hinab in die unteren, antiken Stellen der Kirche und sangen.

Danach gab es Falafel; so lasse ich mir das gefallen.

Im Jordan River Village – © Freud
Im Jordan River Village – © Freud

Es ging dann weiter in den Norden ins „Jordan River Village“. Das Camp, vom amerikanischen Schauspieler Paul Newman („blue eyes“) gegründet, fördert behinderte Kinder aus dem gesamten Nahen Osten und ermöglicht ihnen – und, wenn nötig, auch ihren Eltern – eine auch medizinisch betreute Freizeit. Das ist einfach großartig. Kinder – egal, woher sie kommen –, die ein schweres Leben haben, können hier abschalten, können sich austoben, können reiten oder sich im Wasser vergnügen oder Theater spielen. Weltweit engagieren sich Menschen für dieses Projekt: Viele spenden, andere verbringen hier ein Jahr als Betreuer. So macht man das. Manche genieren sich beinahe für ihre Spende, aber das sollen sie nicht. Jeder Euro hilft.

Von dort ging es die Berge runter über den Meeresspiegel hinab zum See Genezareth oder Kinnereth, wie er auf Ivrit heißt. Hier waren wir am Jordan, wo auch heute getauft wird (und ein Magnum-Eis 5 € kostet). Seit 2.000 Jahren berührt die Geschichte von dort die Menschen. Schließlich kommen wir am Kibbuz Sha’ar HaGolan an, der am Fuße der Golan-Höhen liegt, am Kinnereth. Die Gästezimmer sind schön. Die Wiese um den Pool ist von Palmen umstanden. Und sechs Kilometer entfernt wütet der IS.

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