Die CSU Gostenhof kauft die Quelle!

Quelle – © Freud
Quelle – © Freud

#760 Der CSU Ortsverband Nürnberg Gostenhof-Muggenhof-Leyh könnte eigentlich ein festes Quartier brauchen. Bisher stellen engagierte Parteimitglieder ihre Räume zur Verfügung: Büros, wenn etwas zu schreiben ist (es darf auch mal das Wohnzimmer sein), Garagen, wenn etwas zu lagern ist.

Aber damit ist jetzt Schluß! Wir ersteigern lieber das Quelle-Areal. Es ist verkehrstechnisch gut gelegen, hat einen eigenen U-Bahn-Anschluß und eine eigene Ausfahrt vom Frankenschnellweg, auch eigene Parkplätze und Wohnungen werden dort auch gebaut. Prima. Endlich wird unser Ortsverein ein schmuckes Quartier haben.

Da fehlen nur noch zwei Sachen: der Kaufpreis und der monatliche Unterhalt. Der Kaufpreis von vielleicht 25 Millionen Euro ist quasi schon bezahlt: Für den nächsten Stammtisch unseres Ortsverbands hat ein Mitglied eine Spende von 20 € angekündigt. Das wäre damit also schon so gut wie erledigt, oder?

//Ironie aus//

Wer heute einen Blick in die Nürnberger Zeitung wirft, wird zugleich lachen und weinen wollen. Da kommt ein Glaskünstler, der vom „größten soziokulturellen Crowdfunding der Welt“ schwadroniert und immerhin 1.005 € von den etwa 25.000.000 €, die benötigt werden, zusammen hat. Da fehlen ja nur noch 24.998.995 €; ist doch ein Klacks. Bis zum 9. Juni – knapp drei Wochen – ist das doch locker geschafft.

Es ist auch sprachlich erstaunlich. Wenn man doch eigentlich will, daß andere einem das bezahlen, was man selbst gerne hätte, ist das dann „soziokulturell“? Andere würden hier vielleicht das Wort „schnorren“ gebrauchen, aber das ist natürlich Geschmacksache.

Das Ganze ist so dermaßen lächerlich. Es geht nicht darum, daß sich jemand ein Ziel setzt und es dann nicht erreicht. Das ist menschlich und normal; auch Scheitern gehört unvermeidlich zum Menschsein dazu. Als während des Festakts für die deutsch-israelischen Beziehungen im Historischen Rathaussaal letzten Sonntag einmal kurzzeitig Tonprobleme auftraten, wurde das von vielen als schöner, weil menschlicher Moment wahrgenommen: So etwas kann auch sympathisch sein.

Etwas anderes freilich ist es, wenn der Versuch mit der Wirklichkeit nicht mehr in Verbindung steht. Wenn einer, der kaum schwimmen kann, den Pazifik durchschwimmen will, dann wird es sogar noch gefährlich.

Das Geschehen rund um die Quelle ist traurig. Die Chancen für das Areal waren enorm, und die Wirklichkeit ist so traurig wie ein Rubbellos.

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