Unerträglich

Yania Varoufakis – Yanis-Varoufakis-Berlin-2015-02-05.jpg – Jörg Rüger – via Wikimiedia – CC BY-SA 3.0
Yanis Varoufakis – Yanis-Varoufakis-Berlin-2015-02-05.jpg – Jörg Rüger – via Wikimiedia – CC BY-SA 3.0

#753 Ein Staat in Europa wählt sich eine Regierung aus Linksextremisten, die nur dann regieren können, wenn sie die Hilfe von Rechtsextremisten annehmen. Das tun sie, denn dem Extremisten ist immer ein anderer Extremist näher als der ganz normale Demokrat, Anhänger von Freiheit und Rechtsstaat.

Also hat Griechenland diese Regierung bekommen, und es hat aufgrund einer üblen Laune der Geschichte diesen Finanzminister bekommen. Das hat es an sich nicht verdient. Die Hügel von Athen sind neben den Hügeln von Rom und jenen von Jerusalem das, worauf dieses Europa gebaut ist, von Karl dem Großen bis in unsere Tage. Ein Iannis Varoufakis sieht sie offenbar nur als billigen Steinbruch für seine öde Selbstdarstellung.

Viele haben gesehen, wie er in einem unsäglich eitlen, selbstgefälligen Auftritt bei Günther Jauch fernab jeden Realitätsbezug törichte Worthülsen von sich gab, wie er offenkundig log.

Das alles ist zunächst einmal nicht schön, könnte aber hinnehmbar sein, wenn, ja wenn er dies um eines höheren Zieles willen täte. Um das klar zu sagen: Es soll solches Verhalten nach Möglichkeit in der Politik nicht sein. Aber das alles ist kein Streichelzoo; es geht hier um in ihrer Bedeutung kaum zu überschätzende Dinge, und deswegen können auch unschöne Methoden bei der Durchsetzung von hehren Zielen ein realiter anzutreffendes Mittel sein.

So aber ist es nicht. Zum einen ist diese Type vor allem von sich selbst ganz ungemein begeistert. Dieser Tage wanderte eine Meldung durch die Nachrichten, daß er mit seiner Frau in einem Lokal beim Essen saß, als Vermummte hereingekommen und ihn bedroht haben sollen, bis er sie schließlich mürbe quatschte und sie die Vermummung ablegten und ihm ihre Liebe gestanden.

Wem das zu sehr nach der Bibel klingt: Mir auch. Es ist unerträglich, wie diesem Möchtegernpolitiker die Menschen, auf deren Rücken er seine Scheinbedeutung inszeniert, gleichgültig sind. Die Griechen, die ihre Hoffnungen auf ihn setzten, werden enttäuscht werden wie alle, die sich von Demagogen in des Wortes schlechtester Bedeutung verführen ließen.

Es hat schon seinen Grund, warum Verantwortungsträger in der Demokratie verläßliche Menschen sind. Manchmal etwas dröge und unaufregend, aber verläßlich, fundiert ihr Thema bearbeitend. Varoufakis muß sich von anderen EU-Finanzministern ins Angesicht als Amateur, als Spieler verhöhnen lassen.

Das sind keine Rabauken, die über jedes Stöckchen springen, das man ihnen hin hält. Das sind Menschen, die Probleme realiter angehen wollen und die es nicht mehr aushalten, wenn da zwischen ihnen ein als Minister kostümierter Selbstdarsteller sitzt, der nichts beiträgt, sondern nur Törichtes sagt, was nicht zum Thema gehört.

Varoufakis ist ein Maulheld der leeren Floskel. Wenn er angeberisch „wir reichen allen die Hand“ verkündet, dann ist es höchste Zeit, die eigenen Wertgegenstände in Sicherheit zu bringen.

Es ist Griechenland zu wünschen, daß dieser Irrsinn mit diesem Zeitgenossen alsbald zu einem Ende kommt, auf daß dieses Land in den Kreis Europas zurückkehren kann. Derzeit benimmt es sich dank dieser unseligen Regierung wie eine auf ihren Rauswurf bedachte Kandidatin bei Germany’s Next Topmodel. Es ist unerträglich, daß die anderen Staaten Europas und der Euro-Zone die Interessen Griechenlands berücksichtigen müssen, weil Griechenland dies nicht mehr tut, weil dieser Zeitgenosse sich und seine Mätzchen wichtiger nimmt als die Not der Griechen.

Es bleibt zu hoffen, daß dieses unsägliche Experiment sein Ende findet – bevor es zu spät ist und Varoufakis als Totengräber des modernen Griechenland in die Rumpelkammer der Geschichte gestellt werden wird.

Unerträglich.

Advertisements