Der Frankenschnellweg: Erfolg der CSU

FSW-Detail – © des Fotos: Freud
FSW-Detail – © des Fotos: Freud

#751 Der Frankenschnellweg – oder FSW, wie tastaturschonend auch geschrieben wird – ist ein später, aber ein wider viele Widerstände erreichter Erfolg der CSU.

Vor rund vierzig Jahren wurde der FSW im Rumpf fertiggestellt, aber damals – der Schlachthof war noch an seiner alten Stelle aktiv – bremste eine Ampel an der Rothenburger Straße den FSW aus. Und eine zweite an den Rampen. Damit auch ja keine Möglichkeit des Durchfahrens entstand, war noch eine an der Schwabacher Straße aufgestellt.

Das Ganze war natürlich ein Schildbürgerstreich. In einem Buch aus Schilda – kennt man das noch? – wäre diese Realität gewordene Gedankenlosigkeit am rechten Platz; aber in Nürnberg?

Es lohnt gar nicht, jetzt in die Diskussion Autobahn-Kreisstraße einzusteigen; denn sie wird von den FSW-Gegner nur dazu benutzt, um ihrem Nein den anmaßenden, besserwisserischen Charakter zu kaschieren und ihn um den scheinbar neutralen, anständigen Aspekt des Formalismus zu erweitern. Dem ist natürlich nicht so: Nur der Gegner des FSW sucht solcherlei Hintertreppenargumente, um das Vorhaben zu verhindern; ansonsten sucht man lösungsorientiert nach Wegen, um diese Fragestellung im Zuge einer guten Lösung für die allermeisten ordentlich zu beantworten. Also: der, der verhindern will, schreit „Autobahn!“, und ist nicht auf einem Kraftwerk-Konzert, sondern versucht, den Ausbau zu verhindern. Alle anderen suchen nach Möglichkeiten, den FSW seiner gewollten Bestimmung zuzuführen und dabei auf Fragestellungen der Straßenwidmung richtige Antwort zu geben.

Der jetzt anzugehende Ausbau des FSW wird den Vierteln zwischen der Rothenburger Straße und An den Rampen ihr „hinter den Gleisen“-Image nehmen; er wird aus der „Rückseite“ der Stadt ein ganz anderes Viertel werden lassen. Es handelt sich keineswegs nur darum, den Autofahrer von Fürth nach Gibitzenhof besser zu stellen. Das Wohnen, das Leben in einem Quartier, das vielleicht so groß wie die Nürnberger Altstadt ist, wird von einem Zustand à la „neben dem FSW“ zu einem Zustand eines normalen, innerstädtisch-halbwegs ruhigen Viertels gebracht, in dem Menschen sich auch wirklich freiwillig bewegen und aufhalten.

Bisher ging nur jemand dort zu Fuß entlang, der sich verlaufen oder einen Schoppen zuviel hatte. Das, was – man sieht es nur noch mit viel Vorstellungskraft – einmal der Hafen des alten Kanals war, wird zum Nucleus einer nicht geahnten Lebensqualität an dieser Stelle werden, und so gesehen ist der FSW nicht nur ein Verkehrsprojekt, sondern zuvörderst auch eine stadtplanerische Infrastrukturmaßnahme, die auf Jahrzehnte hinweg sich bestens für Nürnberg auswirken wird. Auch mit Blick auf die im Westen entstehende Uni ist das ein mehr als wichtiges Projekt.

Und am Ende wird auch, sozusagen ganz nebenbei, der alte Frankenschnellweg als Lebenszeitvernichtungsmaschine abgeschaltet werden.

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