Noch Fragen?

Uni2

#748 Zuweilen gehen einem Menschen die Maßstäbe verloren. Wie schön, wenn sie wieder hergestellt werden.

Auf AEG rechnet Finanzminister Markus Söder mit 100 Millionen Euro für die Uni. Das ist ein ziemlich hoher Betrag, wie jeder zugeben wird. Macht bei erwarteten 5.000 Studenten einen Betrag von 20.000 € je Studienplatz. Ist das noch viel?

Ein ordentlich ausgebildeter Akademiker bezahlt 20.000 €, 30.000 € oder 40.000 € Steuern – aber jedes Jahr. Da sind die 20.000 € pro geschaffenem Studienplatz bald wieder ausgeglichen.

Das ist eine Investition; keine Subventionierung. Während anderorts die Menschen Geld als Geschenk haben wollen, wird hier einmal Geld in die Hand genommen, um künftig Jahr für Jahr davon zu profitieren: menschlich und finanziell.

Es ist eine Binse, daß man einem hungrigen Menschen nicht einen Fisch zu essen geben, sondern ihn das Fischen lehren soll. Und davon erleben wir hier ein Beispiel par excellence.

Auf AEG wird, wie es die CSU, wie es der Freistaat, wie es Markus Söder und mit ihm Joachim Herrmann und Ludwig Spaenle seit langem wollen, eine Uni entstehen. Und das nicht zu Lasten Erlangens: Summarisch gesehen, wird der Zuwachs in Nürnberg angesiedelt. Erlangen verliert nichts.

Wer das Nachsehen hat, das ist – leider und von uns nicht zu verantworten – die Quelle; so wollten es manche. Wenn es schlecht läuft: In fünfzig oder hundert Jahren, wenn auf Quelle vielleicht immer noch „Zwischennutzer“ einem pompös à la Favourakis „die Hand reichen wollen“ (um einem etwas wegzunehmen?), werden die Absolventen der Uni auf AEG schon eine Milliarde Euro oder mehr an Steuern bezahlt haben, durch ihre Nachfrage für den Neubau und die Renovierung hunderter Wohnungen gesorgt haben, den Westen Nürnbergs belebt haben wie kein zweites Ereignis der letzten 50 Jahre.

Da darf man schon sagen, daß man als Nürnberger froh ist, auch stolz ist auf diesen Minister. Natürlich, es wird sich jemand finden, der vielleicht kritisiert, daß die Gebäude nicht in grün angemalt sind, sie der Berliner Hausbesetzer- oder Flughafenbau-Szene vorenthalten werden – aber die Nürnberger an und für sich werden das durchaus anerkennen. Hier entsteht etwas, was in den kommenden Jahrzehnten als eine Stärke, ein sich selbst erneuerndes Potenzial Nürnbergs angesehen werden wird.

Nun sind wir auf Seiten der CSU weder nachtragend noch schofelig. Wenn man doch nur endlich bereit wäre, das Quelle-Areal einer guten Nutzung zuzuführen und die jetzige „Nutzung“, die vielleicht gut gemeint ist, aber der Stadt und dem Westen der Stadt genau gar nichts bringt, ein Ende zu machen, auf daß klug und auf Dauer eine sinnvollere Nutzung dort angesiedelt werden kann als das drölfzigste Einkaufszentrum, wäre viel erreicht.

Und jetzt in Richtung auf diese Mitstreiter um das Gemeinwohl gesagt: „Hallo! Wenn da 5.000 Studenten angesiedelt werden, mit Assistenten und Professoren und nicht-wissenschaftlichen Mitarbeitern, was werden die brauchen? WOH_NU_NGEN!!!“ Und wer jetzt wenigstens schon halbwach ist, der wird erkennen: Das Quelle-Gebäude kommt weg, Wohnungen werden gebaut – und der Nürnberger Westen wird einen ungeahnten Aufschwung nehmen.

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