Adieu, Cherie?

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#746 Sie heißt Najat Vallaud-Belkacem und ist französische Bildungsministerin. Sie schafft die bilingualen Klassen in Frankreich weitgehend ab, in denen auch deutsch gesprochen wird. Ihrer Ansicht nach verstärkt das Bildungssystem soziale Ungleichheit. Aufgemerkt, Frau Ministerin: Mit dem „Égalité“ in „Liberté, Égalite, Fraternité“ im Wahlspruch der Französischen Republik ist nicht eine Gleichheit im Sinne von „alle gleich doof“ gemeint. Die Gleichheit im Sinne einer Gleichheit vor dem Gesetz und einer politischen Gleichheit ist gemeint.

Aber so ist das eben derzeit mit Frankreichs Regierung: Wenn ein Versagen Programm wird, dann läuft es eben schlecht. Das Ganze nämlich auch noch eine „Bildungsreform“ zu nennen, ist eine Bankrotterklärung enormes Ausmaßes.

Das sollte man ganz anders machen. Wir haben nämlich in Deutschland allgemeinen und auch in Bayern ein Defizit an Fremdsprachenkompetenz. Englisch und Französisch werden zu wenig gelernt und gekonnt. Zwar hat angeblich jeder, der in Deutschland in die Schule geht, Englisch-Unterricht – aber wenn man sie dann reden hört, dann darf man mit Fug bezweifeln, daß sie in diesem Unterricht mehr lernten als – sozial gerecht! – aus dem Fenster zu glotzen.

Die französische Bildungsministerin hat die Aufgabe, daß französische Kinder in der Schule gebildet werden und nicht ungebildet bleiben. Es ist gut, wenn Kinder eine zweite Sprache sprechen und es ist schlecht, wenn sie nur ihren Namen tanzen können. Es wäre viel besser gewesen, wenn sich die französische Bildungsministerin die Forderung zu eigen gemacht hätte, daß auch in Deutschland und auch in Bayern zweisprachige Klassen, etwa in deutsch und englisch oder in deutsch und französisch häufiger als bisher angeboten werden.

Stattdessen schwätzt sie von der Verhinderung von Eliten – als ob damit das Leben der Nicht-Eliten besser werden würde. Was für ein ideologischer Irrwitz. Für ihre bornierte Rechthaberei läßt Frau Ministerin ganze Jahrgänge von Schülern sausen. Diese Menschen werden, wenn ins Berufsleben, an die Unis strömend, mehr auf Frankreich beschränkt sein und nicht nach Deutschland gehen können. Sieht so die europäische Strategie der Dame aus? Oder handelt es sich um ein Versagen vor den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts – wie sie für die Regierung im Zeitalter des Präsidenten Hollande üblich geworden ist?

Es wird so etwas von dringend Zeit, daß Nicolas Sarkozy in den Élysée zurück kehrt!

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