Zweimal CSU: Wie man es richtig macht

Markus Söder – © Freud
Markus Söder – © Freud

#732 Auch das Schimpfen will gelernt sein. Wer dieser Tage auf spiegel.de den blutdruckerhöhenden Artikel „Maut wird Gesetz: Die zerstörerischen Egoisten von der CSU“ gelesen hat, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus, was so ein Küstenschädel über unsereiner denkt. Eine Auswahl gefällig?

  • „aufgeplusterte, populistische Regionalpartei“ CSU
  • „angeheiterte Bierzelt-Bayern haben gejohlt“
  • „nimmt die anderen 70 Millionen Deutsche permanent in Geiselhaft“
  • „ständiges Gequengele“

Churchill hat einmal gesagt: „Sie haben Feinde? Gut.“ Und in der Tat ist eine solche Schimpfkanonade von einem Wirtschaftsredakteur (!) namens Sven Boll ein selten öder Erguß im Courth-Mahler-Stil, wie man ihn selbst in einer besonderer oder heimlicher Sympathien für die CSU eher unverdächtigen Postille wie spiegel.de nicht häufig findet.

„Sine ira et studio“, ohne Zorn und Eifer möge man sein Geschäft betreiben. Das gilt auch für den etwas haltlosen Herrn Wirtschaftsredakteur (!) von spiegel.de, dem man eher empfehlen sollte, von politischen Themen seine Griffel zu lassen, alldieweil er davon nicht den Hauch des Schimmers einer Ahnung hat.

Die Maut ist natürlich die Behebung einer Gerechtigkeitslücke. Man kann vielleicht darüber streiten, ob sie wichtig ist oder ob sie konform mit anderen Regelungen wie dem EU-Recht vorbereitet wurde. In beiden Fällen lautet die Antwort aus unserer Sicht auf Ja. Aber das hat nun nichts, aber auch wirklich nichts mit den Verbalausfällen aus dem Norden zu tun, die uns natürlich eher als Kompliment dienen denn dazu, dieser belfernden Herrn ernstzunehmen.

Wer ernstlich Kritik an der Politik der CSU im Allgemeinen und der Maut im Besonderen vorbringen möchte, muß sich dazu nicht einer Wortwahl bedienen, wie sie zu fortgeschrittener Stunde („auf der Reeperbahn nachts um halb eins“) unter Wermutbrüdern üblich ist.

Wenn der Herr spiegel.de–Wirtschaftsredakteur so dermaßen ausflippt, dann haben wir wohl alles richtig gemacht.

Richtig und noch besser macht es übrigens – wieder einmal, wie man hinzufügen darf – der Markus Söder. Er fliegt an diesem Wochenende nach China und betreibt beste Interessenpolitik für Bayern. China ist eine aufstrebende Volkswirtschaft mit einer besser werdenden Menschenrechtslage, und so ist es nur folgerichtig, daß auch die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Bayern und China gestärkt werden. Zwar ist es richtig, daß Söder nicht Wirtschaftsminister ist. Aber daß er sich für Gemeinwohl des Freistaats dort einsetzt, wo es nötig ist, ist richtig und anerkennenswert. Er wartet nicht, bis die Gelegenheit vorbei ist und andere Regionen oder Staaten sich eingebracht haben. Söder erweist sich wieder einmal als einer, der sich um’s Ganze kümmert.

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