Das tut man nicht.

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#730 Der Flugzeugabsturz ist schlimm. Durch die geifernden Betroffenheitsbekundungen nahezu aller deutschen Medien wird er abgeschmackt und lüstern vermarktet.

Noch ist nicht viel über die Details bekannt, aber schon strotzen sie vor lauter Mutmaßungen, Theorien und Geraune, jene selbst- oder fremdernannten „Experten“, die eines von tatsächlichen Experten unterscheidet: Letztere schweigen, bis sie die notwendigen Informationen haben, und reden dann. Die Wichtigtuer, die uns derzeit aus allen Ritzen der Tageszeitungen, des Fernsehens und des Radios – sogar des sonst doch eher seriösen Deutschlandfunks – anfallen und behelligen, quasseln jetzt und schweigen später.

Auch Wikipedia, die gerade in Naturwissenschaften eher gute und in allen politischen oder aktuellen Geschehnissen eher wichtigtuerische Informationsquelle, versagt hier. Längst steht der Artikel, obwohl er aus minütlich aktualisierten Wissenbröckelchen besteht. Man hat nicht die Geduld, auf ein seriöses Ergebnis zu warten.

Im Deutschlandfunk redet man wie im Boulevard daher, man will von irgend jemandem, der vor dem Mikrophon sitzt und vor Geltungsbedürfnis kaum ruhig schnaufen kann, irgendwelche Aussagen hören, die der Hysterisierung, der Emotionalisierung des Geschehens dienen, aber keinen Informationswert haben.

Dabei ist es schlimm, was dort passiert ist. Die Angehörigen haben den Verlust der Toten zu verkraften. Die Öffentlichkeit erwartet, sachlich zutreffend informiert zu werden. Das sollte möglichst sachlich, ruhig und seriös erfolgend.

Es ist niemandem damit gedient, wenn der Absturz stets mit Worten wie „traurig“ genannt wird. Es ist nicht die Aufgabe, das quasi mit der Nachricht zu vermengen. Wer einen solchen Absturz nicht für sich selbst bewertet, dem braucht das auch nicht gesondert aufgezeigt zu werden.

Fast kommt der Eindruck einer Art makabren Lust an dem Geschehen auf. Die Berichterstattung darüber ist merkwürdig aufgeregt und wohlfeil. Es erinnert an Gaffer auf der Autobahn. Es wäre besser, darüber weniger aufgeregt, weniger angeberisch-traurig zu berichten. Trauer und Lautstärke passen nicht zusammen.

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