Mehr Licht!

„Solar eclipse 1999 4“ von Luc Viatour. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Solar_eclipse_1999_4.jpg#/media/File:Solar_eclipse_1999_4.jpg
„Solar eclipse 1999 4“ von Luc Viatour. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Solar_eclipse_1999_4.jpg#/media/File:Solar_eclipse_1999_4.jpg

#723 Da rennen welche durch Frankfurt und brandschatzen nach Lust und Laune. Sie freuen sich, wenn es ordentlich brennt, und der Deutschlandfunk hat sich durch eine Reportage vom freundlichen Kartoffelsuppe-Austeilen durch brandenburgische Blockupy-Aktivisten just zu jener Stunde, als die Autos in Brand gesteckt wurden, nicht eben einen Verdienst geschaffen.

Nun gibt es viele Verwirrte und Feindes des Staates, die das ganz toll finden oder irgendwie hinnehmbar. Dazu gehört der Mensch hinter diesem versuchten Bürgerkrieg gegen diesen Staat: Ulrich Wilken, MdL der SED (Tarnname: „Die Linke.“). Er hat die „Demonstration“ angemeldet. Und er wollte sie sogar mit zwei Zentren anmelden, so daß die Innenstadt Frankfurts regelrecht in die Zange genommen worden wäre. Irgendwelche Stadträte der Grünen aus Bochum finden die Gewaltorgie von Frankfurt okay. Man fragt sich, was schief läuft in diesem Land.

Natürlich, das sind Kinder des Wohlstands und der Sorglosigkeit, die ihr Sehnen nach Weisung und Richtung im Leben aus Geltungsbedürfnis nicht still für sich, sondern laut und für andere sichtbar ausleben sollen. Viele Menschen leben in der Überzeugung, daß sie – ausgerechnet sie und nur sie – berufen sind, anderen Menschen vorzuschreiben, wie man zu leben hat.

Das Problem ist nicht nur, daß ihnen das nicht zusteht. Das Problem ist auch, daß sie keine Ahnung haben, wovon sie reden. Wer nicht versteht, wie das eine mit dem anderen zusammenhängt, wer nicht versteht, daß nur Gesellschaften mit einer Marktwirtschaft demokratisch und frei sind, der braucht anderen keine Vorschriften zu machen. Die Libertas Bavaria, das „Leben und leben Lassen“, ist ihnen fremd. Sie behaupten zu wissen, was gut und richtig ist, und wer das nicht so sieht, der wird verdroschen. Und sie finden das ungemein lustig. Das ist nicht lustig.

Diese Menschen haben ihre Heimat im radikalen Flügel der SED, auch der Grünen. Sie tarnen sich in scheinbaren Gutmenschenvereinigungen wie Blockupy oder attac. Aber das ist nichts anderes als eine Fundamentalkritik an uns, unserer Lebensweise, unseren Werten. Diese Fundamentalkritik macht den eigenen Nabel zum Zentrum des Universums: Nicht „ich denke, also bin ich“ („cogito, ergo sum“) – sondern „ich bin gut, also bin ich der Maßstab“ ist ihre wohlfeile Parole.

All diese kleinen Diktatoren brauchen wir nicht. Es wird Zeit, daß wieder das Gemeinwesen an und für sich, die res publica, den Schweiß und die Bemühung der Menschen erfährt, und nicht so sehr die eigene Eitelkeit. Denn es ist eitel, das, was man selbst für sich für richtig erkannt hat, auch anderen vorschreiben zu wollen.

Insofern ist das, was in Frankfurt geschehen ist, Ausdruck einer Mode der Zeit: Die Überhöhung der Dummheit zum Ideal. Keine Ahnung von nichts, aber darauf einen Molotowcocktail.

Advertisements