Täuscht euch nicht: Der Iran

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#713 In den Nürnberger Nachrichten von heute ist unter der Überschrift „Ohne den Iran ist der IS nicht zu besiegen“ auf S. 4 ein Artikel von Georg Escher abgedruckt, dem nachdrücklich zu widersprechen ist.

Man kann durchaus darüber diskutieren, ob der Iran oder Saudi-Arabien der Staat mit der größten Unterstützung für den internationalen Terrorismus ist; aber unzweifelhaft gehört der Iran in dieser Liga der Schande zur traurigen Spitzengruppe.

Das ist um so bedauerlicher, als der Iran ein alter Kulturstaat ist, der sich über die Jahrtausende mehr im Aufbau als in der Zerstörung bewiesen hat. Nur die Bilanz der Jahre seit der „islamischen Revolution“ ist grauenvoll. Es ist auch nicht zutreffend, wenn Escher in indirekter Rede Sahabis schreibt, daß der jetzige Staatspräsident Rohani „gemäßigter“ sei als sein Vorgänger Ahmadinedschad: Rohani läßt mehr Menschen beispielsweise deswegen töten, weil sie homosexuell sind, er läßt mehr Jugendliche töten, er treibt die iranische Atombombe trotz internationaler Sanktionen weiter voran, er unterstützt zahlreiche Terrorgruppen im Nahen Osten. Was daran ist „gemäßigt“? Daß er dabei freundlicher lächelt? Wenn der Herr Sahabi hier einen „Wandel“ sieht: wohin? Zum (noch) Schlimmeren?

Nur am Rande sei bemerkt: Im Artikel heißt es, wohl um die Bedeutung des Herrn zu zeigen, Sahabi hätte sich in Brüssel mit der EU-Außenbeauftragten getroffen. Unabhängig von einer Würdigung der Frau Mogherini: Die EU haut zwar jeden Tag Tonnen von Pressemledungen heraus, und das Internet vergißt bekanntlich nichts, aber wenn man „Federica Mogherini“ und „Sahabi“ eingibt, findet Google genau nichts. Soviel also zur Bedeutung des Herrn auf dem internationalen Parkett und der Wichtigkeit seines „Treffens“ mit Frau Mogherini.

Der Artikel ist eine Verharmlosung des Iran und eine Dämonisierung seiner Kontrahenten. Im Iran will angeblich niemand mehr die Parolen des Regimes hören. Das mag zwar stimmen in dem Sinne, daß die islamistische Diktatur insbesondere in der Großstädten des Iran nicht beliebt ist – man erinnere sich an die erfolglosen Versuche vor einigen Jahren, das Regime zu stürzen: Es ist stärker als die Opposition. Es stimmt aber nicht, und allein darauf kommt es an, in Bezug darauf, daß diese Parolen nach wie vor die Grundlage der iranischen Politik bilden.

Es paßt nur zu gut, daß also jetzt ein zum Teil in Deutschland lebender Iraner präsentiert wird, der die US-Strategie für „völlig gescheitert“ hält. Diese Behauptung haben wir schon zu oft gehört. Sie wird gerne von denen ausgesprochen, die auf der Seite der Verlierer stehen. Sahabi verbindet diese Behauptung mit einem eher kryptischen Hinweis darauf, daß es den andauernden Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten gibt, dem die meisten Menschen des islamistischen Terrors zum Opfer fallen.

Natürlich wird der Nahost-Konflikt nicht mittels eines unberufenen Ex-Managers gelöst werden, der außerhalb der Politik und Diplomatie steht, der sich selbst via Zeitung zu Wort meldet (!) und mit absurden Thesen, die er mit den in diesem Zusammenhang etwas merkwürdigen Worten „ich will…,“, „mir paßt es nicht,…“ und wieder „ich will…,“ einleitet und, jedenfalls dem Bericht entsprechend, zu wirklich jedem ernsthaften Problem einfach gar nichts sagt.

Was den Frieden verhindert, ist die iranische Unterstützung von Terrorbanden, von Mörderbanden im Nahen Osten. Sie allein rechtfertigen schon die Sanktionen – denn hätte der Iran mehr Petro-Dollars, dann würde er noch mehr Mördern, Vergewaltigern, Kulturzerstörern das „Gehalt“ bezahlen. In der ersten Zeitungsausgabe nach dem internationalen Tag der Frau findet sich in diesem Artikel nicht ein Wort zur jeder Würde und Menschlichkeit hohnsprechenden Lage der Frauen im heutigen Iran.

Zur iranischen Atombombe, die die ganz Welt fürchtet und jedenfalls verhindern wird, steht keine klare Position im Artikel, dafür wird viel von deutsch-iranischer Freundschaft und von den deutsch-iranischen Handelsbeziehungen gesprochen. Beide gib (oder gab) es, aber sie werden erst nach diesem Regime Urständ feiern können.

Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Verharmlosung des iranischen Regimes der Mörder und Unterdrücker.

In der gleichen Ausgabe der gleichen Zeitung steht ein Aufruf zur Unterstützung des Trägers des Nürnberger Menschenrechtspreises Abdolfattah Soltani, der im Iran ungesetzlich – sogar nach iranischen Maßstäben – im Gefängnis ist. Und ein paar Seiten weiter vorne wird uns diese Weichspülung der Fratze des Regimes präsentiert.

Derlei braucht man nicht. Was man bräuchte, wäre eine Unterstützung der islamischen Opposition und nicht der willfährigen Mitläufer.

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