Machen, was geht

„SWB0372 DTAG“ von Qualle - Selbst fotografiert. Lizenziert unter CC BY 2.5 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:SWB0372_DTAG.jpg#mediaviewer/File:SWB0372_DTAG.jpg
„SWB0372 DTAG“ von Qualle – Selbst fotografiert. Lizenziert unter CC BY 2.5 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:SWB0372_DTAG.jpg#mediaviewer/File:SWB0372_DTAG.jpg

#710 Zuweilen wird hier ein klein wenig geschimpft, durch den Kakao gezogen, polemisiert, ironisiert. Aber ab und an bleibt gar nichts anderes übrig, als nüchtern zu kommentieren: gut so.

Die StUB steht am Start, es fehlt noch ein Bürgerentscheid – aber soweit man schauen kann, wird soe gebaut werden. Nürnberg und Erlangen wird dann das verbinden, was Köln und Bonn längst haben: eine gemeinsame Bahn.

Und nicht nur Nürnberg und Erlangen. Es geht auch um Herzogenaurach, es geht um mehrere Weltunternehmen, es geht um die in zwei Städten und an zig Standorten zersplitterte Uni. Nichts gegen wild und vereinzelt herumliegende Perlen, aber eine Perlenkette ist doch besser. Das macht die StUB.

Eine Altstadtquerung mittels der Straßenbahn ist so eine Sache. Es wird nicht bestritten, daß es ein recht positives Wirtschaftlichkeitsgutachten gibt. Es ist zwar wahr, daß eine Straßenbahn das stadtentwicklungstechnisch etwas bessere Verkehrsmittel ist als der Bus. Aber das war es an Vorteilen, und der Bus – die Linie 36 – macht doch das Rennen. Zum ersten kann der den Massen beim Christkindlesmarkt ausweichen. Zum zweiten geht es ja nicht nur um das kurze Stück zwischen Rathenauplatz und Hallertor, sondern um die ganze, lange Strecke, die der 36er befährt: vom Plärrer bis zum Dokuzentrum, und da wird wohl niemand eine Straßenbahn bauen wollen. Auch das Oberleitungsproblem ist nicht gelöst.

Vor allem aber schwant allen, daß diese Altstadtquerung letztlich die Innenstadt trockenlegen sollen, also: den Individualverkehr, das Auto aus der Innenstadt verbannen sollen. Man hört es schon in der Vorstellung, etwa am Beispiel Laufer Tor: Ja, wenn da die Straßenbahn fährt, dann ist da kein Platz mehr für die Autos…

Die Altstadtquerung als Alibi für die Ausweitung der größten Fußgängerzone Deutschlands zur größten Fußgängerzone des Universums? Ist der Zustand der Breiten Gasse so wundervoll, daß wir ihn auch am Theresienplatz haben wollen?

Wir leben leider in einer Zeit, in der man x will, aber y sagt, und das ist nicht gut. Laßt uns die StUB bauen, die – wie Baureferent Ulrich richtig gesagt hat – tagtäglich 300.000 Pendlern ein Angebot macht, udn die Verbindung nach Kornburg ausbauen. Aber die Straßenbahn durch die Altstadt – die brauchen wir nicht.

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