Die Grundlage

Das Gewerbeflächengutachten
Das Gewerbeflächengutachten

#705 Man kommt spät abends heim, ein leises Knurren ist aus dem Magen zu vernehmen (der besser schweigen sollte), und dann macht man erst einmal die Kühlschranktür auf, um zu sehen, was es alles gibt.

Das ist die Grundlage: man stellt fest, welche Möglichkeiten man hat. Nichts essen? Das übriggebliebene Eck Stadtwurst?

In Nürnberg haben wir das Problem mit den Gewerbeflächen. Und durchaus auch Auseinandersetzungen – beispielsweise um das Gebiet am Hafen. Was der Wirtschaftsreferent Dr. Michael Fraas jetzt gemacht hat, ist ebenso einfach wie notwendig: Er hat den Bestand und den Bedarf feststellen lassen, und zwar durch unabhängige Dritte.

Am Anfang einer jeden (richtigen) Debatte steht einmal die Bestandsaufnahme. Was hat man davon, sich ein halbes Jahr im Stadtrat um Fläche X zu streiten, nur um hinterher festzustellen, daß man sie absolut zwingend braucht und gar nicht um sie streiten muß? Oder umgekehrt, natürlich.

Allzu häufig haben wir erlebt, daß Planungen um ihrer selbst willen gemacht werden – wie der Berliner Flughafen, der bei der irgendwann in diesem Jahrhundert stattfindenden Eröffnung schon längst zu klein sein wird und wieder einen Nachfolger braucht, damit wir uns an das Berliner Flughafendesaster gewöhnen und weiter freundlicherweise Milliarden hochpumpen. Wahrscheinlich gibt’s den BER gar nicht…

Oder die HGÜ-Stromtrassen, oft „Monster“-Trassen genannt: Braucht kein Mensch außer denen, die mehr oder weniger direkt etwas davon haben. Und die norddeutschen Windkraftanlagen haben wir nicht bestellt; warum sollen wir sie bezahlen? Eben.

Und so stellt das Gutachten, das nun vorliegt, fest, was wir haben: an Möglichkeiten , an Gewerbeflächen. Das ist wichtig wie nur wenig anderes. Auf dieser Grundlage (und dem Wissen wie leicht oder schwierig es ist, diese Flächen zu aktivieren) steht die Politik vor der Aufgabe, den politisch gewollten Bedarf in konkrete Projekte zu fassen.

Aber nun kann niemand mehr sagen, daß man dies oder jenes „nicht braucht“. Nun muß man schon ehrlich sagen, daß man dies oder das nicht will.

Fraas hat mit dem Gutachten eben die Grundlage für viele, wichtige Entscheidungen geschaffen, die zu treffen sein werden.

Es ist typisch, daß derlei von einem CSUler gemacht wird. Der orientiert sich nämlich qua Partei-DNA am liebstem an dem, was ist – und nicht an dem, was er sich wünscht – als Grundlage seiner Entscheidungen. Weiter so.

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