Denn sie wissen nicht, was sie tun

© Freud
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#702 Gestern hatte das radikal Linke einen bizarren Auftritt, wie die NN das nannte, und die Bezeichnung stimmt: es war bizarr.

Zu zackiger Musik fuhren ausgediente Lastwagen in Tarnanstrichen durch die Stadt, Angela Merkel ritt auf einer V2 gleich Major Kong weiland in „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ auf einer  Atombombe. Eine scharrende Stimme befahl den ahnungslosen Zuhörer an die Lorenzkirche, wo er gefälligst gegen das deutsche Kriegstreiben zu demonstrieren habe, und dann fuhren noch – wie in Hollywood! – einige nagelneue, schwarze VW Minibusse an einem vorbei, einige Marschfetzen klangen nach, und fort war der Spuk.

Nur die Plakate und Fahnen an den VWs machten deutlich, welche Spaßtruppe man hier vor sich sah: die „organisierte Autonomie“, schon in der Wortwahl eine contradictio in re, ein Widerspruch in der Sache.

Putin erobert die Ukraine? Kein Wort. Die Barbarei des IS legt sich mit der ganzen Welt an? Nichts. Nein, die Bundeskanzlerin sei es, sagt die „OA“. Und um dem ganzen noch einen besonders perfiden Anstrich zu geben steht auf dem zweiten Wagen einer in angedeuteter „NVA“-Uniform – man beachte, daß die Uniformen der Ex-„DDR“-Armee eine gewisse Ähnlichkeit mit denen vor 1945 hatten, und das ist gewiß von der „OA“ gewollt.

Es ist ja doch eigentlich etwas Gutes, wenn diese Zeitgenossen solche Dinge treiben können – kündet es doch davon, daß wir ein erkleckliches Maß an Freiheit haben, daß es uns nicht nur gut, sondern wunderbar geht, daß wir meistens keine Probleme haben, sondern uns welche suchen müssen.

Wenn wir mal vergleichen, wem auf der Welt es so geht wie uns, dann ist das erhellend: fast niemandem. Es ist ein kleiner Kreis von Staaten westlich und östlich des Nordatlantiks. Wir sollten uns darum bemühen, diesen Zustand erstens zu erhalten und zweitens auf andere Staaten, die das wollen, auszudehnen. Damit auch dort ein paar gelangweilte Nichtversteher mit Parolen demonstrieren gehen, die von einem merkwürdigen Selbsthaß und von einem Willen zur Unterwerfung künden? Naja, das mag zwar nicht der Hauptzweck sein, aber diese Freiheit zeichnet uns aus – und niemanden sonst. Es ist die westliche Welt, die diese Torheiten erträgt, und sonst niemand, aber wirklich: niemand.

Ein kurzes Video mit einem Eindruck von der lustigen Narrenparade gibt’s auf meiner Facebookseite.

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