Ein gelbes Hemd. Zwangsweise. 30 Jahre lang. Überteuert.

Gelbes Hemd mit grünen Tupfen. © Freud
Gelbes Hemd mit grünen Tupfen. © Freud

#686 Wenn der Lebenszweck wäre, daß man dauernd mit dem Kopf schüttelte – wir lebten in zweckerfüllenden Zeiten.

Da soll ein HGÜ-Trasse – nein, sogar zwei – quer durch Bayern gebaut werden, obwohl es zwar viele Argumente für den Netzausbau, aber meines Erachtens keines für ausgerechnet HGÜ gibt.

Das ist wie beim Hemdenkauf: Es ist zweifelsohne zuweilen nötig, den Bestand aufzustocken. Damit ist aber nicht zwingend gesagt, daß man sich ein zitronengelbes Hemd mit grünen Punkten kaufen muß, das einen zum Zwangskunden bei einem bestimmten Kaufhaus macht: da muß man dann 30 Jahre einkaufen. Was, wenn ich von gelben Hemden genug habe? Was, wenn ich woanders einkaufen will? Was, wenn das Kaufhaus seine Preise unsinnig erhöht? In jedem Falle bin ich nicht mehr frei, sondern gebunden. Strom fließt dann zwar nach Bayern – aber ein „Länderfinanzausgleich II“ fließt, sozusagen durch dieselben HGÜ-Trassen, nach dem Norden, um die dortige, sinnlose Überkapazität zu übernehmen. Diese Überkapazität haben wir nicht bestellt. Warum sollen wir uns um sie groß bekümmern?

Um im Beispiel vom gelben Hemd zu bleiben: Nur deshalb, weil einer viele gelbe Hemden hat, bin ich doch nicht gezwungen, sie ihm jahrezehntelang abzukaufen. Oder? Eben.

Deswegen wird heute auf der AKE-Landesversammlung der Antrag gestellt werden, den HGÜ eine Absage zu erteilen. Ein Netzausbau ist nötig, aber mittels HGÜ muß er nicht erfolgen.

Beim Länderfinanzausgleich I klagen wir, weil wir zwar solidarisch sind, aber nicht blöd. Warum sollen wir dann einen Länderfinanzausgleich II machen?

Gegen HGÜ – Für Ausbau der bestehenden Netze

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