Chuzpe

Heute geht's auch um ihn: Markus Söder. © Freud
Heute geht’s auch um ihn: Markus Söder.
© Freud

#684 Was ist Chuzpe? Das geht so: Steht ein junger Kerl vor Gericht, weil er seine Eltern erschlagen hat. Am Ende sagt der Richter: „Angeklagter! Sie haben das letzte Wort“. Darauf er: „Hohes Gericht! Habt Erbarmen mit einem armen Waisenkind!“ – das ist Chuzpe. Eine bornierte, unverschämte Frechheit, die nicht mehr einen gewissen Charme hat, sondern einfach nur noch unverschämt ist.

Nur am Rande sei darauf verwiesen, daß dieser Vafourakis einmal als Radiomoderator in Australien gearbeitet hat und dort rausflog, weil er dort antisemitische Sprüche klopfte. Man könnte deshalb denken, daß er ein typischer Halbstarker ist: Es muß ja einer schuld sein an dem, was ihm zu begreifen nicht möglich ist. Gut, daß Prof. Dr. Thomas Weber (Harvard) das in der WELT beschrieben hat. Er – Weber – wird übrigens in der zweiten Hälfte 2015 einen Vortrag bei der DIG halten; wir freuen uns schon darauf.

Worin liegt nun die Chuzpe vom Zeitgenossen Varoufakis? Das ist schnell erzählt. Zuerst fordert er als neuer griechischer Finanzminister einen „Schuldenschnitt“ Griechenlands. Das ist ein schönes Wort und meint nichts anderes, als daß diejenigen, die Griechenland etwas borgten, das nun nicht zurückbekommen sollen. Ops. Das ist gar nicht gut. Als er merkte, daß das nicht so gut ankommt, kam er mit einer neuen Idee: Die Europäer sollen Griechenland Geld leihen, und Griechenland bestimmt selbst, wann das zurückgezahlt wird: nie.

So denkt er sich das. Aber es geht hier ja nicht nur um Milliarden € aus dem wohlhabenden Deutschland (das wäre schon frech genug). Nein, es geht auch um Milliarden aus den ärmeren Ländern: Italien, Portugal, Irland… Die sollen, wenn es nach Varoufakis geht, die griechische Krise erst einmal beheben. Das ist frech und unverschämt.

Jetzt verlangt er 42 Milliarden „Soforthilfe“. Einfach so. Griechenland hat 10,5 Millionen Einwohner: Das sind 4.000 € pro Kopf. Rückzahlung? Keine.

Da wäre es doch in der Tat einfacher, jedem Bürger Griechenlands eine „Rente“ zu bezahlen. Aber hier gilt, was Markus Söder immer wieder sagt: „Solidarisch simmer scho, aber bleid simmer ned.“

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