Biegen jetzt alle links ab?

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#676 Mal wieder ärgere ich mich über den Deutschlandfunk. Er meldet lautstark und halbstündlich, daß in Griechenland dem linksextremen Syriza nur zwei Stimmen zur absoluten Mehrheit fehlen. Aber sie nennen nicht den Prozentsatz, die Syriza an der Urne erhielt: 36 % (und keineswegs etwa 50 %). Sie haben deswegen knapp die Hälfte aller 300 Sitze im griechischen Parlament, weil nach griechischem Wahlrecht die größte Fraktion einen Bonus von 50 Sitzen erhält. Das klingt eher nach der Pizzeria an der Ecke („buy 10, get 1 free“) und nicht wirklich nach der Wiege der Demokratie, aber bitte, wer wird denn so sensibel sein…

Es bleibt zu hoffen, daß Angela Merkel, Wolfgang Schäuble und Markus Söder Kurs halten, wenn der Linksextreme Alexis Tsipras umsetzen will, daß Europa für Griechenlands Sünden bezahlt.

In der heutigen Ausgabe von NN und NZ klagt der Vorsitzende der griechischen Gemeinde in Nürnberg, daß man früher zum Wählen für 20 € nach Griechenland fliegen konnte, daß das nun aber vorbei sei. Ach. Und wer hat’s bezahlt?

Kaum überraschen kann spiegel.de: „Tsipras hat eine Chance verdient“, lautet die Schlagzeile. Warum? Es ist doch heute schon absehbar, daß Tsipras scheitern wird: Entweder gibt er sein Wunschdenken auf und beugt sich der Realität, dann werden seine bisherigen Anhänger wütend auf ihn, oder er versucht, daß ganz Europa Griechenland entschuldet – pardon, aber da hat er die Rechnung wohl ohne den Wirt gemacht und wird aus dem Euro-Raum fliegen. Er mag von „wir lassen die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen“ schwafeln, aber so, wie er sich das denkt, geht’s nicht.

Teil 2: Fahimi und Gabriel. Über die Nachweise politischer Instinktlosigkeit der SPD-Generalsekretärin wurde an dieser Stelle bereits berichtet. Während sie verkündet, daß man keinen Dialog führt, trifft sich Gabriel „als Privatmann“ in Dresden mit Pegida-Demonstranten. Mal abgesehen davon, daß Gabriel das natürlich nicht „als Privatmann“ macht – das kann er auf einer Grillparty in Goslar sein, aber nicht auf einem politischen Treffen in Dresden -, so stellt er seine Generalsekretärin damit als Witzfigur da. Es kann ja wohl nicht sein, daß die Generalsekretärin keine Ahnung davon hat, was ihr Vorsitzender denkt und tut, und wenn es doch so ist, dann blamiert sie sich.

Es scheinen unterhaltsame Tage für die Kommentatoren der Zeitläufte zu werden; aber gute Tage sind das nicht.

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