1. Ich bin nicht überzeugt 2. Dahoam is dahoam

Gastauftritt bei "Dahoam is dahoam": Staatsminister Dr. Markus Söder
Gastauftritt bei „Dahoam is dahoam“: Staatsminister Dr. Markus Söder

#674 (1) Es ist schade, daß nach bekanntgewordenen Meldungen eine Stromtrasse gebaut werden soll. Warum?

Ich bin nicht dafür, denn:

  • eine HGÜ-Trasse ist nicht flexibel. Sie beginnt und endet an einem Punkt, man kann dazwischen weder Strom entnehmen noch welchen einspeisen. Ein normales Stromnetz ist flexibel, HGÜ nicht.
  • die Wertschöpfungskette muß zwar nicht in Bayern liegen – aber sie sollte es. Der Anteil an erneuerbaren Energien ist groß – jetzt muß auch an die Versorgungssicherheit (Gaskraftwerke) gedacht werden
  • kein Mensch wäre so wagemutig, einen Handyvertrag über 30 Jahre abzuschlie0en. Warukm sollen wir das mit dem samt HGÜ sehr teuren Strom aus dem Norden machen, von dem wir Bayern nicht profitieren – und gleichzeitig die Stromproduktion hier vernachlässigen?
  • es hat noch niemand die Notwendigkeit der HGÜ-Trassen aufgezeigt. Klar – sie würden theoretisch helfen. Aber das täten neue Kernkraftwerke oder Kohleverstromung auch. Nicht daß es HGÜ Strom liefert, ist zu bezweifeln – sondern daß es HGÜ sein müssen, ist nicht glaubhaft

Der Energiedialog ist noch nicht abgeschlossen. Es wäre gut, wenn man ihn zu Ende führt, dann auswertet und sich dann eine Meinung bildet.

#674 (2) Markus Söder hatte einen Gastauftritt in der Serie „Dahoam is dahoam“. Und schon regen sie sich auf und tun so, als hätte er irgendetwas Unfeines gemacht. Da wird ihm vorgeworfen, er hätte nicht als Minister das Regierungsprogramm vertreten, sondern als CSU-Bezirksvorsitzender das Parteiprogramm, den BayernPlan. Ach. Bei einer Regierung, die sich auf die absolute Mehrheit der Sitze im Landtag stützt, ist der Unterschied zwischen Regierungs- und Parteiprogramm welcher? Eigentlich keiner. Der Vorwurf geht fehl: Wo Söder draufsteht, ist Söder drin. Man kann von ihm erwarten, daß er Kritik aushält, und das tut er. Man kann aber von ihm nicht verlangen, daß er einen weichgespülten Pseudopolitiker spielt, der neutrale Worthülsen absondert. Das ist er nicht. Erstaunlich aber ist, daß sich manche Zeitgenossen über eine solche Petitesse aufregen können – aber über die Lebensumstände in Bayern, über die vielfachen und besonderen Überweisungen nach Nürnberg, über die Behördenverlagerungen und über das StMFLuH mit Dienstsitz in Nürnberg einfach nichts zu sagen wissen. Über das reale Leben schweigen und sich über eine Fernsehsendung mit schiefen Argumenten aufzuregen – ist das jetzt das angesagte Niveau? Meines nicht.

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