Revolution: abgesagt

„Maerz1848 berlin“ von Unbekannt - im Original Kreidelithographie, aus Buch? gescannt von User:APPER. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Maerz1848_berlin.jpg#mediaviewer/File:Maerz1848_berlin.jpg
„Maerz1848 berlin“ von Unbekannt – im Original Kreidelithographie, aus Buch? gescannt von User:APPER. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Maerz1848_berlin.jpg#mediaviewer/File:Maerz1848_berlin.jpg

#672 Es muß gerade in diesen Tagen niederschmetternd sein, sich der Opposition zugehörig zu fühlen. Die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag trifft sich in Wildbad Kreuth zur Klausur, und freilich nicht ganz ohne Sinn für’s gute Gefühl wurde in sicherem Gespür für die Lage der bayerischen Nation ein Forschungsinstitut beauftragt, die Stimmung der bayerischen Wähler festzustellen, auf daß die Landtagsabgeordneten darauf reagieren können.

Es hätte ja nun theoretisch sein können, daß da etwas bemängelt wird. Selbstkritisch ist doch festzustellen, daß es bei G8/G9 nicht optimal lief – aber inzwischen in die richtige Richtung geht. Man könnte auch monieren, daß bei der Energiewende eine klare Handschrift noch zu vermissen ist – aber auch die wird sich bald einstellen. Jedenfalls: es wären Themen denkbar gewesen, bei denen der Bürger fordert.

Und dann kommt die Umfrage:

  1. In keinem anderen Bundesland fühlen sich die Menschen ihrem Land so verbunden wie in Bayern
  2. Zwei Drittel fordern, daß Bayern seine Politik selbst bestimmt
  3. 80 % bewerten ihre letzte Begegnung mit einer Behörde als bestens
  4. Nur ein knappes Drittel wettert über zu hohe Steuern
  5. 25 % wissen überhaupt kein Problem zu nennen

Der Meinungsforscher stellt fest: „Die Chancen für die Opposition sind bei einer so hohen Zufriedenheit automatisch begrenzt“. In solcher Situation braucht man schon deswegen keine Revolution zu wagen, weil es keine Grund gibt. Freilich, an politischer Arbeit mangelt es nicht. Dieses hohe Niveau zu halten, ist nicht leicht und erfordert Tag für Tag Anstrengungen. Diese aber sind nicht vergeblich, sondern sichern den Erfolg bayerischer Politik auf hohem Niveau. Und das ist natürlich ein Leistungsbeweis der CSU.

Gerade dann, wenn man das Ergebnis mit anderen Bundesländern vergleicht, ist es für die CSU um so besser und für die anderen um so ernüchternder. Da mögen Frau Kraft aus NRW oder Herr Kretschmann aus BaWü noch so positiv herausgestellt werden: die realen Werte zeigen, daß da recht simple Politik mit Blattgold überzogen wird, um sie glänzen zu lassen – während es in Bayern wirklich glänzend läuft.

Freilich: schwer ist es, den Erfolg zu halten, und auch die Übergabe von dem wohlverdienten Ruhestand entgegensehenden Horst Seehofer zum längst als Leistungsträger  des Kabinetts sichtbar gewordenen Markus Söder ist eine Zäsur, aber es besteht deswegen Anlaß zu Optimismus. Auch in den nächsten Jahren wird der Erfolg der CSU die Lebensverhältnisse in Bayern bestimmen – und die werden weiterhin nicht gut sein, sondern besser als anderswo. Und ein kommender Ministerpräsident Söder hat als Finanzminister gezeigt, daß er das kann. Wir leben in Bayern in guten Zeiten.

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