Verfolgte Christen

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#658 Heute veröffentlicht „Open doors“ den neuen „Weltverfolgungsindex“. Darin wird ausgewiesen, in welchen Staaten Christen dem größten Verfolgungsdruck ausgesetzt sind.

Nun wird teilweise bemäkelt, daß bei diesem Index nicht immer klar sein würde, aus wie vielen und aus welchen Quellen er erstellt werden würde. So wichtig es ist, sich auf eine verläßliche Informationslage zu stützen, so sehr ist auch dieses Quengeln nach einer am besten peer-reviewten Datenlage lächerlich, denn die Lage ist genau dadurch gekennzeichnet, daß eben diese nicht zur Verfügung gestellt werden kann.

Die Liste ist in ihren ersten 30 Staaten schnell aufgezählt: Nordkorea, Somalia, Irak, Syrien, Afghanistan, Sudan, Iran, Pakistan, Eritrea, Nigeria, Malediven, Saudi-Arabien, Libyen, Jemen, Usbekistan, Vietnam, Zentralafrikanische Republik, Katar, Kenia, Turkmenistan, Indien, Äthiopien, Ägypten, Dschibuti, Myanmar, Palästinensergebiete, Brunei, Laos, China, Jordanien. Auf Platz 41 ist noch die Türkei besonders hervorzuheben. Der Bau einer einzigen Kirche seit Jahrzehnten hat da wohl nicht viel dran geändert. Auf Platz 49 finden sich dann noch die Vereinigten Arabischen Emirate – mit Dubai.

Es sollte jeder überlegen, wie er auf diese Länder einwirken kann. Dabei ist natürlich zu unterscheiden, wo diese Verfolgung im Zuge von militärischen oder bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen erfolgt – hier ist eine Einflußnahme quasi unmöglich. Es sind aber auch viele Staaten auf der Liste, in denen solche Zustände nicht herrschen – in denen also solche Verfolgung zum Normalzustand geworden ist.

Nun bringt es auch nichts, zu einem Boycott aufzurufen. Man soll Aufrufe unterlassen, wenn sie erstens nichts bringen und zweitens kaum jemanden interessieren. Aber eben so, wie es anscheinend kaum einen noch aufregt, wenn jemand wegen seines Judentums in der Berliner U-Bahn verdroschen wird, regt es offensichtlich keinen Urlauber in Dubai mehr auf, daß Christen dort verfolgt werden. Solange man zu ihm als Touristen nett ist…

Es ist wichtig, daß wir in unserer sehr groß geschriebenen Fairness im Umgang miteinander in der Welt beinahe auf den Westen beschränkt sind. Es ist dies eine unserer Eigenheiten – leben und leben lassen -, die sich weltweit kaum durchsetzen konnte und die uns von all den Gesellschaften unterscheidet, die ihren Untertanen den Weg zur Glückseligkeit vorschreiben wollen.

Bei einigen dieser Unterdrückern ist mehr zu erreichen, wenn man mit ihnen im Gespräch bleibt. Und immer wieder darauf hinweist, daß das nicht hinnehmbar ist.

Man muß diese unschöne Wahrheit aussprechen.

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