Das fängt gut an

HGÜ?
HGÜ?

#654 Das Wappen von Nordkorea muß den Freunden der neuen, mächtigen Stromtrassen sympathisch erscheinen. Mir nicht. Wind und Sonne sind als Energielieferanten zwar insgesamt vorhanden, und das reichlich, aber zu einzelnen Stunden unvorhersehbar.

Wir brauchen also entweder enorme Speichermöglichkeiten oder Kraftwerke als Ersatz (oder einen Mix aus beidem). Die effizientesten Kraftwerke – und alles andere wäre Kokolores – sind die modernen Gaskraftwerke. Die rechnen sich zwar nicht, wenn sie nicht dauernd laufen – aber dafür muß dann eben, Stichwort „staatliche Grundversorgung“, der Freistaat einstehen. Zwar kann es nicht erfreuen, wenn der Freistaat eine Subventionsverpflichtung übernimmt. Aber es besser, er übernimmt diese Pflicht den Kraftwerkbetreibern – vergleichsweise mittelgroße Energieversorger wie die N-ERGIE – gegenüber. Es ist besser, wenn Zahlungen des Freistaats Bayern in Bayern verbleiben (anstatt an die Küste überwiesen zu werden). Es ist besser, wenn ein in das bestehende europäische Stromnetz sich einfügendes Netz ertüchtigt wird als wenn ein ungewolltes, nur mit einem fixen Start- und Endpunkt versehenes HGÜ-Netz aufgebaut wird, das uns einerseits zu Zwangskunden des nördlich erzeugten Stroms macht als auch andererseits zu Abhängigen dieses Netzes.

Es ist schon klar, warum das Wappen des steinzeitkommunistischen Nordkoreas einen solchen Strommasten zeigt: weil eine sichere Energieversorgung für den Fortschritt eines Staates unverzichtbar ist. Aber wir in Bayern hätten unsere Stromversorgung gern ohne Gängelei. Danke.

[Der Autor ist Mitglied im Landesvorstand des Arbeitskreises Energiewende der CSU]

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