Das erste Mal

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#631 Dieser Blog ist in gewisser Weise ein merkwürdig Ding. In zweieinhalb Jahren und beinahe täglich wurde die große, die mittlere und die kleine Politik beleuchtet, wurde unser aller Ober mit dem gebührenden Respekt ein wenig von der Seite her angesprochen, wurde mal der Versuch des Philosophieren unternommen, mal wurde eine kleine Begebenheit vom Bäcker um die Ecke dargestellt. Wissend, dass dieser Blog von Freund und Feind gelesen wird – die größte Freude machte mir, der ich mich glatt wie weiland Stefan Aust vor Helmut Kohl fühlen musste, der schon erwähnte OB, der doch tatsächlich einmal sagte: „Ich lese Ihren Blog nicht; man legt mir Auszüge vor“. Dieser Blog hat (hoffentlich) seine guten Seiten und vielleicht auch etwas, was man kritisieren kann. Aber eines hat er bisher nicht, und nun kann ich es nicht mehr halten: er hat bisher keine Aussage zum Thema Fußball.

Ich gebe öffentlich zu, eine Schwäche für den FC Bayern München zu haben. Nun ist das in Nürnberg ungefähr so beliebt wie ein Zweitwohnsitz in Fürth, sächsische Bratwürste oder Ketschup aufs Schäufele: Nahe an einem Verhalten, das einen das Stadtrecht kosten kann.

Jedoch zwingt mich nicht so sehr der FCN zu diesem öffentlichen Bekenntnis, der irgendwo am Absteigsraum der zweiten Liga herumdümpelt. Es ist auch gar nicht der FC Bayern selbst. Es ist Klopp. Nun will ich niemandem vorschreiben, wenn er mögen kann und wen nicht. Wer ihn sympathisch findet, soll dies von mir aus tun, und umgekehrt. Aber dass jetzt für Dortmund getrommelt wird und Verbündete sogar in Mönchengladbach gesucht werden nach dem Motto, dass ein Durchmarsch der Bayern verhindert werden möge – nein, dem mag ich nicht zu folgen. Beim FC Bayern werde ich den Eindruck nicht ganz los, dass 1806 doch auch sein Gutes hatte.

Der normale Clubberer als solcher hat zum FC Bayern ein, ähem, stilles Verhältnis. Man könnte auch sagen, dass es von eisigem Schweigen geprägt ist. Das muss man schon als Nürnberger Mehrheitsmeinung akzeptieren. Aber schön, dass die Noris genügend libertas Bavariae (!) in sich hat, um mich weiterhin in ihren Mauern zu dulden.

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