Was wollen wir?

Grün

#591 Berlin ist eine merkwürdige Stadt. Jahrzehntelang wurde West-Berlin durch Subventionen aus der Bundesrepublik am Leben erhalten, während Ost-Berlin die „Hauptstadt der DDR“ spielte. Berlin regte immer schon die Phantasie der Menschen an. Da trällerte jemand vom „Koffer in Berlin“, den man noch habe, und in den 1980ern verkaufte sich – NDW lässt grüßen – eine Platte mit einem Lied namens „Berlin“ ziemlich gut. Berlin selbst ist voller Menschen, die nicht aus Berlin stammen und keine Zeit haben.

Der Bahnhof Friedrichstraße, wo man als Bundesbürger durch trostlose Gänge ging, stets beobachtet vom „Schwert und Schild der Partei“ genannten MfS oder eben vulgo der Stasi, ist heute ein unauffälliger Ort. Die Parlamentarische Gesellschaft ist gleich hinter dem Reichstagsgebäude untergebracht und heute nur ein paar Schritte entfernt. Früher stand aber zwischen beiden Gebäuden die Mauer, trennte der Tod die beiden voneinander.

Berlin also ist Berlin – ein wenig besonders, ein wenig schrill, ein wenig anders. Bis hierher geht jeder mit, stimmt jeder zu, möchte ich meinen. Aber an dieser Stelle ist – leider – nicht Schluss. Berlin hat Kreuzberg – im alten West-Berlin der (heruntergekommene) Szene-Stadtteil überhaupt. Und Stadtteile haben in Berlin ihren eigenen Bürgermeister. Im Falle Kreuzbergs ist das eine Frau, und zwar Monika Herrmann von den Grünen.

Sie hat einiges an merkwürdigen Entscheidungen hervorgebracht:

  • Gleichgeschlechtliche Toiletten für Männer und Frauen gemeinsam in allen öffentlichen Gebäuden
  • Verbot religiöser Straßenfeste (wie etwa Fronleichnamsprozessionen oder St.Martins-Umzug am 11.11.)
  • Verbot sexistischer Werbung
  • Verbot weiterer Cafés
  • Verbot von Rollen an Koffern, weil die Lärm machen (wenn nicht von geräuschschluckendem Gummi umhüllt)
  • Abschaffung des Strafgesetzbuches in Kreuzberg

Verbote über Verbote, Lösungen von „Problemen“, die keiner hat. Hurra!

Wir drücken den Berlinern unser Mitgefühl für diese Bezirksbürgermeisterin aus. So viel vom Verbots-Irrwitz der grünen Vorschriftspartei bekommt man selten in einer Person angehäuft. (Und die Abschaffung des StGB – genauer: Cannabis-Freigabe gegen 500 € Gebühr) ist nur ein Verbot des Verbots, also nichts wesentlich anderes). Mein persönliches Glanzstück dieser Sammlung an Absurditäten ist das Rollen-Verbot für Koffer. Darauf muss man erst mal kommen!

Natürlich könnte ich mich über diese Person aufregen. Aber ich lasse es sein – zu weit ist das alles entfernt. Oder doch nicht? Was wollen eigentlich die Nürnberger Grünen?

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