Krieg ist schlimm. Und manchmal nötig.

logo

#580 Die Bundeswehr bereitet sich auf den Einsatz von Drohnen in der östlichen Ukraine vor. Es bereitet mir Weh, dass die Bundesverteidigungsministerin demnächst dieselben Ortsnamen aussprechen wird wie seinerzeit der Wehrmachtsbericht. Der erste Impuls war, nein zu sagen. Die Bundeswehr möge sich doch bitte überall heraushalten, wo die Wehrmacht war.

Aber so weh es tut, das ist zu kurz gegriffen. Zum einen hieße das, die Bundeswehr auf ewig zur Nachfolgerin der Wehrmacht zu machen, statt darauf hinzuarbeiten, dass sie eben nicht mehr in der Tradition jener Armee des Nationalsozialismus steht. Die haben sich etwas angemaßt, wie so oft, was ihnen nicht und niemals zustand, und wir sollten ihnen diesen späten Erfolg der Inbesitznahme nicht lassen.

Wenn also demnächst solche Orte genannt werden, dann bitte ich, an folgendes zu denken: Hier ist die Bundeswehr im Rahmen der OSZE zu Gange. Sie kämpft nicht, sie beobachtet. Und sie ist zum Schutz der Menschen da.

Deswegen fällt es mir zwar immer noch schwer, aber ich begrüße es, dass Deutschland ein Staat ist, der auf die Unverletzlichkeit von Grenzen auch in Europa hin arbeitet und mitwirkt, das Tun von Diktatoren der Welt vor Augen zu halten.

In diesem Zusammenhang übrigens ist es durchaus erstaunlich, dass Israel späte Genugtuung erfährt. Jahrelang nahm man es Israel krumm, dass es zivile Opfer gibt, wenn Israel sich wehrt. Allmählich kapiert man, dass es eben die unvermeidliche Folge ist, wenn der andere Zivilisten in militärische Ziele hinein steckt. Man hat nur zwei Möglichkeiten: Entweder die, den anderen gewinnen zu lassen. Oder aber von denen, die irren, die Klage hinzunehmen, dass man einfach so Opfer unter Zivilisten mache, weil es einem gleichgültig sei. Man lese hierzu auch: Die Welt.

Die Amerikaner erleben das beim Kampf gegen IS. Und Israel erlebt das beim Kampf gegen die Hamas. In dieser Schäbigkeit der Mittel sind Hamas und IS wieder einmal gleich.

Wir sollten doch die Dinge beim richtigen Namen nennen. Wir sollten den „Kriegstreiber“ nennen, der zum Krieg treibt. Und wir sollten den unterstützen, der die Freiheit verteidigt.

Das alles ist nicht schön. Es ist aber notwendig. „Der Klügere gibt nach“, sagt ein Sprichwort. Nun, darüber lässt sich streiten. Wenn immer der Klügere nachgäbe – wer würde sich dann am Ende durchsetzen? Der Dümmere. Und das kann man nicht wollen. Man kann nicht wollen, dass am Ende die Landräuber, die Menschenschlächter, die Zwangsbeglücker das Sagen haben. Wir müssen schon noch wissen, auch wenn wir uns lange schon an sie gewöhnt haben, dass die Freiheit verteidigt werden will.

Advertisements