Die Milliarden des Herrn Riedel

Geld. „Salaping papel Euro“ von Friedrich.KrombergPotograpo: W.J.Pilsak - http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Euro-1_neu2.jpg. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Salaping_papel_Euro.jpg#mediaviewer/File:Salaping_papel_Euro.jpg
Geld.
„Salaping papel Euro“ von Friedrich.KrombergPotograpo: W.J.Pilsak – http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Euro-1_neu2.jpg. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Salaping_papel_Euro.jpg#mediaviewer/File:Salaping_papel_Euro.jpg

#572 Nürnberg ist schön, wie man weiß, und soll noch schöner werden. Aber da ist der Kämmerer, der da lautstark fragt, ob er das alles bezahlen kann. Und will. Nun fragt man sich, warum der Kämmerer dazu die Zeitung bemüht. Schließlich gibt es eine regelmäßige Referenten-Runde, also eine Art Stadtkabinettssitzung. Und da also klagt der Riedel, Harald, Kämmerer, dass ihm  pro Jahr 40 Millionen fehlen.

Das klingt nach ganz schön viel, oder? Oder. Denn 40 Millionen sind bei einem jährlichen Etat von 2000 Millionen ein, naja, überschaubarer Prozentsatz. Zwei, um genau zu sein. Zwei Prozent. Nun sind zwei Prozent nicht nichts, und wer weiß, mit wie wenig tatsächlich Politik gemacht werden kann und wie viel festgelegt ist für Personal und anderes mehr, der wird diese zwei Prozent wirklich einzuschätzen wissen. Aber er weiß auch, dass zwei Prozent nichts sind, was man nicht durch Streckungen, akkurate Planungen, gute Nachkontrolle – also: das ganz normale Handwerkszeug eines guten Kaufmanns – in den Griff bekäme. Und vor allem: zwei Prozent über die Jahre bis 2026 (!) – das findet sich. Notfalls, indem man den Zeitraum bis 2027 streckt. Fertig.

Aber, so wird man Fragen, wie ist denn dieser Fehlbetrag errechnet? So: Der Kämmerer rechnet die Einnahmen extra niedrig und die Ausgaben extra hoch. Das soll er auch! Es wäre der Kämmerer der Stadt zu verweisen, der es anders täte. Der Kämmerer hat den Groschen der Stadt beieinander zu halten, und da ist es nur richtig, wenn er die Stadt so arm rechnet, wie er nur kann.

Politiker haben haben es sich zur Aufgabe gemacht, für die Stadt und ihre Menschen etwas zu leisten. Und das kostet Geld. Deswegen möchte ein Politiker immer mehr Geld ausgeben, als er kann. Und so setzt die Auseinandersetzung an, die so alt ist wie Regierungen sind, vom alten Pharao und seinem Wesir bis zu Maly, Uli, Dr., OB, und seinem Kämmerer.

Doch halt: Dass die Finanzen der Stadt so sind, wie sie sind, verdankt sie, die Stadt, doch großteils der CSU und ihrem Fraktionsvorsitzendem Sebastian Brehm. Wären nicht wichtige Empfehlungen, Ratschläge, Beschlüsse aus der CSU gekommen – der Kämmerer müsste vor all die sozialen Träumer treten und sagen: „Kann ich nicht bezahlen. Macht das Licht aus.“

Doch eines bitte soll der Kämmerer nicht tun: Seine Befürchtungen den Menschen als angstmachende Realität verkaufen. Die Einnahmen Nürnbergs werden nicht so niedrig sein, dass die Stadt ihren Anteil – eher ein Zuschuss – am Frankenschnellweg nicht bezahlen könnte, oder dass die Stadt keinen Konzertsaal bauen könnte. Und vor allem soll der Kämmerer nicht nachträglich die Kooperationsvereinbarung verletzen, gell?

Advertisements