Das Leben endet mit dem Tod. Na und?

Das Schäufele. Mit oder ohne "r" ("Schäuferle") ein Genuss. Oder? © 2009 Freud
Das Schäufele. Mit oder ohne „r“ („Schäuferle“) ein Genuss. Oder?
© 2009 Freud

#569 Ob nun, wie der seit Jahren ohne Fernseher durchs Leben wandelnde Verfasser dieser Zeilen heute morgen las, “bei Maischberger” darüber geredet wurde oder die NN die Eröffnung jedes veganen Gastronomiebetriebs bejubelt (meiner Meinung nach ist “vegan” und “Gastronomie” ein Widerspruch in sich) und die postwendende Schließung wegen Erfolglosigkeit verschweigt: Irgendwo gibt es in Deutschland immer jemanden, der einem die Lust am Leben nehmen will. Da ist eine auch nicht mehr ganz im Besitze jugendlicher Frischheit befindliche Schauspielerin, die etwas zu sagen hat. Das kennt man ja sattsam – viele dieser Schauspielerinnen werden, wenn älter, Ernährungsfachleute von eigenen Gnaden. Man denke an Barbara Rütting.  Man ersetzt eben eine letztlich nicht besonders wichtige Eigenschaft durch eine andere. Nun ist das mit klug daher redenden Schauspielern so eine Sache. Die sind ja nicht für ihre Klugheit bekannt, sondern dafür, dass sie über Brücken gehen. Wer diese Anspielung auf die Berichterstattung der Lokalpresse über die Tatort-Dreharbeiten nicht versteht, mag sich glücklich schätzen. Dann haben wir da noch einen griesgrämigen SPD-Onkel, den man nicht geschenkt zur Gesellschaft haben möchte, wenn man auf einer einsamen Insel strandet. Und die geben sich ganz hütütü und wissen ganz arg viel und sind pausenlos damit beschäftigt, dieses Wissen von sich zu geben.

Im Prinzip läuft es darauf hinaus, den Menschen zu sagen, dass sie blöd seien und dass man wisse, was gut für sie sei: Morgens ein “Getränk” aus Algen, mittags ein Tofu-Plätzchen (“sieht aus wie Fleisch!”), abends darf man an einer Karotte riechen. So in etwa. So stehen also diese Miesepeter da und sind erst zufrieden, wenn alle Menschen so miesepetrig geworden sind wie sie selbst.

Das Leben endet mit dem Tode. Soviel ist bekannt. Und es ist wahr, dass der (häufige) Konsum bestimmter Lebensmittel der Gesundheit nicht nützt. Aber zwischen den beiden radikalen Standpunkten gibt es einen großen Bereich, und den nützen die meisten Menschen durchaus. Keiner isst mittags und abends Schäufele. Das wäre auch a weng viel. Aber einmal in der Woche, einmal im Monat ist ein gutes Schäufele ein Genuss. Oder ein gutes Risotto, ein Glas Wein – wer vermochte das nicht zu genießen? Jetzt, wo Saison ist: warum nicht an einem faulen Sonntagnachmittag ein Stück Zwetschgendatschi? Das alles hat sein Recht, und die Menschen mögen das – zurecht. Aufs Maß kommt es an. Wenn man jung ist, sieht dieses Maß auch noch anders aus als im Alter. Man will ja nicht per se alt werden, sondern mit Freuden. Und mit Freunden. Da ist die sinnenfrohe Nahrungsaufnahme ein wichtiges Element.

Es bringt ja auch nichts, wenn alle Menschen sich von denen da Schuldgefühle einreden ließen, traurig wären, Depressionen bekämen. In der NZ von heute lesen wir, was unsere Politiker an Franken mögen, und viele nennen nicht zuletzt das Essen. Mit der propagierten Algen-Tofu-Quälerei hat das aber nichts zu tun.

Man sollte doch sehen, dass es keinen Sinn ergibt, aus Angst vor dem Tode Selbstmord zu begehen. Besser ist es, dem Leben das abzugewinnen, was einem wichtig ist. Dem einen ist eine Schäufele wichtig, dem anderen ein Algen-“Getränk”. Jedem seins. Und vor allem nicht glauben, dass man selbst im Besitze der Wahrheit sei und die anderen nur blöd seien. Leben und leben lassen, das sollte doch für alle von uns gelten.

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