Panik und Eidschi-Bum-Beidschi

#561 Verkehrspolitik ist etwas, wofür man Sachverstand braucht. Oder, genauer: bräuchte. Dass es auch anders geht, beweist derzeit die SPD.

Da gibt es einen Feldversuch mit Gigalinern. Natürlich ist niemand begeistert, wenn er einen im Rückspiegel sieht. Auf den normalen Straße will auch keiner diese extra langen Lkw fahren lassen. Ein Wendemanöver, etwa vor dem Rathaus, wäre damit mehr als schwierig.

Aber von der Autobahn zum Hafen – da könnte man sie fahren lassen. Im Hafen gibt es Güter, die groß sind, aber nicht sehr schwer, und die deswegen auf den Gigalinern wirtschaftlich gut transportiert werden können.

Wirtschaftsreferent Dr. Michael Fraas @ Wirtschaftsreferat
Wirtschaftsreferent Dr. Michael Fraas
@ Wirtschaftsreferat

Das versucht man deswegen, fünf Jahre lang, hat die Regierung beschlossen. Die Bundesregierung. In der auch die SPD sitzt. Die Nürnberger SPD arbeitet also gegen ihre eigenen Genossen im Bund, aber was geht das uns an. Der Wirtschaftsreferent Dr. Fraas weist mit Recht auf die Bedeutung hin, der wir uns mit dem Nürnberger Hafen nicht entziehen dürfen.

Die Gigaliner sollen, wie bereits festgestellt, nicht zum Rathaus fahren. Die sollen von der Autobahn zum Hafen fahren – also da, wo sie der normale Autofahrer quasi nicht sieht. Sie tun der Straße auch nichts Böses, denn ihr geringfügig höheres Gewicht (44 t statt 40 t) ist auf mehr Achsen verteilt und rumpelt daher schadlos über Straßen und Brücken. Aber vielleicht weiß man das schon bei der SPD und arbeitet absichtlich gegen Sigmar Gabriel & Co.

In Deutschland sind 9.300 km für den Versuch mit den Gigalinern freigegeben. Nur in Nürnberg wird sinnlose Politik seitens der SPD gemacht, die den Menschen vorzumachen versucht, dass der Hafen auch dann ein Jobmotor sein wird, wenn wir ihn vom Erfolg abkoppeln. Tut mir leid, Ihr „Verkehrsexperten“ von der SPD, das wird nicht so sein.

Überhaupt, die „Verkehrsexperten“ von der SPD: wenig Ahnung, aber davon viel. Den Flughafen wollten einige zum Regionalflughafen „downsizen“, die Nordanbindung verhindern sie – aber herrje, jetzt hat der Geschäftsführer Hupe doch tatsächlich steigende, gute, erfreuliche Zahlen vorgelegt. Schweigen bei der SPD. Bedröppelt nimmt man wahr, dass er anscheinend seine Arbeit gut macht. Trotz der SPD-„Fachkompetenz“.

Noch etwas anderes nervt dieser Tage, und es ist so schlimm, dass man schreien will: Parking Day. Heute nachmittag sollen Parkplätze durch „kreative Aktionen“ besetzt und parkplatzsuchende Autofahrer durch die Verabreichung von Drops verhöhnt werden. So weit sind unsere Heuchler also schon, die das Auto verteufeln.

Parkplätze sind für Autos da, und es ist schon zu fragen, mit welchem Recht die heute durch anderes blockiert werden sollen. Dies „kreativ“ zu nennen, ist der Gipfel der Unverschämtheit. Wenn ein Dreijähriger ein unbeholfenes, aber liebevolles Bild malt, dann ist das rührend, aber ein, naja, schlechtes Bild. Und das hat mit „Kreativität“ ungefähr so viel zu tun wie „Malen nach Zahlen“: gar nichts. Es hat nur etwas zu tun mit Wichtigtuerei, mit Ausgrenzen des Anderen, mit einem selten peinlichen „ich bin’s“-Auftritt, mit einem Gutmenschen-Auftritt, der zum Fremdschämen führt wie selten etwas.

Man sieht einem Auto von außen nicht an, wofür es gerade benutzt wird. Da ist der Mann, der zur Arbeit fährt. Das ist gut. Nicht jeder kann und will – das darf man in diesem freien Land doch noch selbst entscheiden? – zur Arbeit mit dem ÖPNV fahren. Da ist die Frau, die Einkäufe machen will, die einfach nicht (bequem) per ÖPNV heim transportiert werden können. Da ist der Rentner, der zum Arzt muss und gar nicht mit dem ÖPNV hin kommt. Und da ist der Depp, der mit seinem Auto nur rum kurvt, weil er mit seinem Leben nichts Besseres anzufangen weiß. Und nur deswegen, weil es den noch manchmal gibt, stellen diese unerträglichen, selbstgerechten, angeberischen Gutmenschen alle Autofahrer unter Generalverdacht und wollen sie „bestrafen“. Es wird Zeit, dass gegen solche Bevormundung, gegen die Herrschaft der Selbstgerechten einmal eine Welle der Empörung los schlägt, und dass die örtliche Zeitung einmal nicht für solchen boshaften Aktionismus auch noch Werbung macht.

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